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„Antlitzdiagnose“ oder „Antlitzanalyse“?


Antlitzdiagnostik oder Antlitzanalyse
Die Auseinandersetzung über den zu wählenden Begriff erscheint im ersten Augenblick vielleicht überflüssig oder gar haarspalterisch, ist es jedoch auf keinen Fall. Wer sich die Mühe macht und den Sachverhalt genau durchleuchtet, wird bald gravierende Unterschiede zwischen den beiden Ausdrücken feststellen können.
Kurt Hickethier versteht das Wort Diagnostik im engeren Sinne als “Lehre von der Erkennung von Krankheiten” oder “Lehre von den Krankheitszeichen” (Sonnerschau, Seite 19). Er bezeichnet die Antlitzdiagnostik als eine “Krankheitsfeststellungslehre für die Biochemie” (Sonnerschau, Seite 21). Er bezieht in seinem “Lehrbuch der Biochemie” dann ausführlich Stellung zu den besagten Begriffen und legt seine Ansicht, was er unter Antlitzdiagnostik versteht, ausführlich dar: “Ich werde gefragt, aus welchen Gründen ich die Sonnerschau als Heilweise bezeichnen könne. ‘Diagnose bleibt Diagnose und Heilweise bleibt Heilweise.’ Andere sagen sogar, die Antlitzdiagnose reiche im Rahmen der Diagnose nicht aus und müsse durch die vielen anderen Diagnoseverfahren ergänzt werden. Hier meine Antwort:
Das Wort Diagnose bezeichnet eine Tat, welcher es gelang, hinter die Dinge zu schauen. Wörtlich übersetzt müßte man Durch-und durch-Schau sagen, sinnentsprechend würde man es besser so ausdrücken: aus der Erscheinung das Wesen eines Dinges erkennen oder beleuchten.
Der Durch-und-durch-Schauende, der Seher, ist ein Diagnostiker. - Die Lehre, welche zu solchen Taten fähig macht, wird Diagnostik genannt.
In unserem kranken Zeitalter hat das Wort Diagnose eine leichtfertige Verwässerung dadurch erfahren, daß der Krankheitshäufung wegen zwingend zum Beleuchten des Wesens auftretender Krankheiten Diagnosen in Massen notwendig waren, die zu geben, nicht die geeigneten Seher vorhanden waren. So war die Diagnose in den weitaus meisten Fällen nicht mehr die erhabene Schau in seltenen Angelegenheiten aller Lebensbelange. Sie wurde so hochprozentig Krankheitsfeststellung nach Schema, daß in den meisten Köpfen die Vorstellung herrscht, Diagnose sei eben nur Krankheitsfeststellung, wobei fast allgemein an die Krankheitsbenennung gedacht wird. Da die medizinische Wissenschaft nach den Verordnungsschemata handelt, ist mit der Diagnose nur eine Vorarbeit getan, weil sie eben nicht mehr das Wesen der Krankheit beleuchtet.
Die Antlitzdiagnose erkennt hinter der äußeren Erscheinung des Angesichts das Wesen der Krankheit, den Lebenssalzmangel. Das Ablesen der vom kranken Organismus selbst bezeichneten Genesungsmittel ist ohne Zweifel Diagnose im ursprünglichen hehren Sinne, das Erkennen des Wesens der Krankheit, der Selbstverordnung des Prinzips im lebenden Körper. Da mit der Verordnung die eigentliche Heilmaßnahme beginnt, ist die Antlitzdiagnostik die Heilweise. Und weil sie den angeforderten Bedarf deckt, betätigt sie sich als Befriedigungsheilweise. Es darf also nicht heißen Sonnerschau (Antlitzdiagnostik) und Lebenssalzkunde (Biochemie).
Die Sonnerschau ist die vollendete Lebenssalzkunde.”
(13)
Nach der Vorstellung von Kurt Hickethier wäre es also möglich, das Wissen um die Mineralstoffe und ihre Charakteristik wegzulassen und beide durch die Kenntnis der Antlitzdiagnostik zu ersetzen. Sie bietet seiner Meinung nach den direkten Zugang zum Mangel und damit zur Heilung von der Krankheit, wie er glaubt. Diese Haltung hat sich bei vielen seiner Anhänger durchgesetzt, was einer gewissen problematischen, naiven Haltung den Weg bereitet hat und damit der Ansatzunkt oft heftiger aber im Grunde berechtigter Kritik war.
Es ist nun ganz interessant, eine weitere Sichtweise hier anzufügen. Und zwar hat Dr. med. Niels Krack in seinem Buch “Biochemischer Leitfaden” zu diesem Thema im Abschnitt “Signaturen” folgendes geschrieben: “Bei einem Mangel an Mineralsalzen im Organismus oder auch bei einem Mangel an Reaktionen auslösenden Eigenbewegungen der Moleküle eines Mineralsalzes im Organismus (dem entspricht eine mangelhafte Fähigkeit der Körperzellen zur Utilisation solcher Mineralsalz-Moleküle) kommt es zu typischen Veränderungen im Erscheinungsbild der Haut und hier vor allem im Bereich des Gesichts. Diese Veränderungen nennen wir Signaturen. Sie bestehen in Verfärbungen, Schattenbildungen, Glanzbildungen und in Faltenbildungen. Die morphologische Grundlage solcher Signaturen-Bildungen sind unterschiedlich sich auswirkende Turgorveränderungen (Turgor ist die Spannung oder der Flüssigkeitsdruck in einem Gewebe; Anm. d. Autors) in den Epidermiszellen und auch im Unterhaut- Zellgebiet. Der aufmerksame Diagnostiker kann allein aus der Beobachtung der Signaturen einen vorhandenen Mangel an einem oder mehreren Mineralsalzen im Organismus erkennen und, gestützt auf weitere diagnostische Erkenntnisse, darauf seine therapeutischen Entschlüsse begründen.
Schüßler hatte auf Grund langjähriger Erfahrungen den diagnostischen Wert solcher Signaturen erkannt und hat auch in seinen Schriften auf diese Zeichen im Gesicht des Kranken hingewiesen. Der Gesichtshaut ähnlich verhält sich auch die übrige Körperhaut, doch ist deren spezielle Reaktion auf Reize oder auf Mangelzustände durch die nahezu ständige Bedeckung mit Kleidung nicht so auffällig, wie die der Gesichtshaut, die den Einflüssen von Luft, Licht, Sonne, Wind und Wetter ständig ausgesetzt ist und die auch besser vegetativ versorgt ist als andere Hautbezirke. Der letzte Hinweis erscheint besonders wichtig. Diese Aussage erfordert aber Abstriche für jene Fälle, bei denen die Gesichtshaut durch das unnatürliche Auftragen von kosmetischen und sonstigen Mitteln natürliche Einflüsse isoliert ist oder solchen Einflüssen durch ständigen Aufenthalt in kontaminierter Luft entzogen ist oder durch chronische Intoxikation (Rauchen!) in ihrem reaktiven Verhalten gestört ist. Dann werden sich dem Beobachter unechte Farben und Verfärbungen präsentieren. - Wenn wir hier von der Haut, ihren Verfärbungen und Schattierungen sprechen, dann meinen wir stets die natürliche, unbedeckte und unpräparierte Haut, wie sie sich unter natürlichen Bedingungen vorfindet - keine andere.
Nach Schüßler hat vor allem der heilkundige Sanatoriums-Leiter K. Hickethier (in Ellrich am Harz) die ‘Antlitz-Diagnose’, wie er die Signaturenlehre nannte, gefördert (Halle/Saale 1925). Dazu hat er dieses diagnostische Verfahren recht sorgfältig und in aller Ausführlichkeit systematisiert und in eine lehr- und lernbare Form gebracht. - Es ist wohl an der Zeit, diese Signaturenlehre in neuer und zeitgemäßer Form vorzustellen..”
(14)
Niels Krack beschreibt sein Verständnis vom Hintergrund des Erkennens von Mineralstoff-mängeln, wobei auch er dabei bleibt, daß ein Mangel mit einem krankhaften Geschehen in Zusammenhang zu bringen sei. Neu ist bei ihm neben dem neuen Namen auch der Hinweis, daß es Blockaden für das Erkennen der Mineralstoff-mängel geben könnte.
Zum Unterschied von Kurt Hickethier läßt Niels Krack die alleinige Festsellung der Mängel als Krankheitserkennung nicht gelten. Er weist ausdrücklich darauaf hin, daß der Diagnostiker “gestützt auf weitere diagnostische Erkenntnisse, darauf seine therapeutischen Entschlüsse begründet.”
Auch ist es ihm wichtig, daß das ganze Thema neu bearbeitet wird. Allerdings hat sich das Buch von Niels Krack nicht besonders durchgesetzt, sodaß jeder, der sich mit der Antlitzdiagnostik auseinandersetzt, auf das Buch von Kurt Hickethier angewiesen ist. Es ist bedeutend umfangreicher und ausführlicher. Allerdings ist der Stil Kurt Hickethiers teilweise äußerst problematisch, nicht nur weil er veraltet ist sondern weil er auch bevormundend entmündigend formuliert, wenn er z.B. die Überlegenheit der Sonnerschau gegenüber dem Klienten und dessen Gespür so formuliert: “Die Größe der Antlitzdiagnostik wird gerade durch den Vorteil unterstrichen, daß man unabhängig vom lamentierenden Patienten die fehlenden Lebenssalze feststellt.”
(15)
Es kann sein, daß seine Geschichte als Polizeisekretär hier noch hereinwirkt und daß zu seiner Zeit, als er die Bücher schrieb, nämlich in den Zwanzigerjahren, ein Stil üblich war, in Folge dessen der Leser mit Du angeredet wurde. Für die heutige Zeit ist eine solche Art der Bevormundung, was vor allem den alternativen Bereich angeht, undenkbar. Er ist allerdings immer noch in Bereichen anzutreffen, die ich als alternaiv beschreiben würde. Grundsätzlich kann es in der Gesundheitsbegleitung des Menschen doch nur um Hilfe zur Selbsthilfe gehen, um Ermächtigung und nicht um Entmachtung, um Eigenverantwortlichkeit und nicht um Abhängigkeit! Es geht um die Eigenständigkeit und nicht um den Halt beim anderen, um den kann es sich nur am Anfang handeln. Er nimmt Schritt um Schritt ab, je nachdem, wie sich die Kompetenz des Klienten steigert.
Ein dritter sei in der Frage um die Begriffswahl noch zitiert, Günter Heepen in seinem Buch “Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe” im Abschnitt “Über die Selbstbehandlung”: “Die Signaturen Diagnostik
Zur Überprüfung eines ausgewählten Mittels leistet die Signaturen-Diagnostik, auch Antlitz-Diagnostik genannt, gute Dienste. In den Jahrzehnten seiner praktischen Tätigkeit entdeckte Schüßler einen überraschenden Zusammenhang: Immer wenn für die Behandlung ein bestimmtes Salz nötig war, beobachtete er im Gesicht des Betroffenen typische Farb- und Glanzveränderungen. Jeder Salzmangel also hinterläßt charakteristische Mangelzeichen. Zwei Beispiele:
  • Bei Mangel an Magnesium phosphoricum im Körper treten an den Wangen münzgroße Rötungen auf.
  • Bei Mangel an Ferrum phosphoricum entsteht in den Augenwinkeln eine bläulich-schwarze Verfärbung.

Mangelzeichen können nicht nur im Gesicht, sondern auch an Haaren, Händen, Füßen, Fuß- und Fingernägeln auftreten. Deshalb ist die Bezeichnung ‘Signaturen-Diagnostik’ (Signum, lateinisch: Zeichen) treffender als ‘Antlitz-Diagnostik’.
Die Signaturen-Diagnostik wurde in den vergangenen hundert Jahren von den Anhängern Schüßlers ausgebaut und verfeinert. Besondere Verdienste erwarb sich Dr. h. c. Kurt Hickethier (und wurde dafür in Amerika mit dem Ehrendoktortitel ausgezeichnet): Er führte Studien der Antlitzzeichen durch und ordnete sie systematisch. Auf seiner Systematik beruhen wesentliche Teile der Signaturen-Diagnostik. Der Allgemeinmediziner Dr. Niels Krack unternahm den Versuch, die Ursache für das Auftreten von Signaturen am Körper und im Gesicht wissenschaftlich aufzuklären. Er stellte fest, daß bei einem Salzmangel der Stoffwechsel jeder einzelnen Körperzelle gestört ist, wodurch sich vor allem die Eigenspannung der Haut und erst als Folge ihr Erscheinungsbild mit Verfärbungen, Schatten-, Glanz- und Faltenbildungen verändern. Wer die Signaturen zu lesen versteht, blickt gleichsam ‘hinter die Kulissen’ des Körpers. Er weiß sofort, welcher Salzmangel einer Störung zugrunde liegt und hat damit den Hinweis auf das oder die passenden Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe. Der Blick ist nur durch gezieltes ‘Sehenlernen’ im Alltag zu schulen.”
(16)
Auch Günther Heepen geht davon aus, daß ein Mangel, wenn er sich zeigt, mit einer Störung zu tun haben muß. Das entspricht unserer grundsätzlichen Betrachtung von Heilweisen, auch wenn es Naturheilweisen sind. Eine grundsätzliche Überlegung, warum wir im Zusammenhang mit der Gesundheit sofort über deren Störung nachdenken, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aber eine zentrale Frage aus dem ganzen Bereich sollte hier trotzdem gestellt werden: “Was hält uns davon ab, auf das zu schauen, was unsere Gesundheit schützt, bzw. was sie bewahrt?”
Die chinesischen Ärzte wurden früher dafür bezahlt, daß man nicht krank wurde. Sie stellten fest, wenn sich der Mensch in seinem Leben in eine Richtung zu bewegen begann, die sein Leben stören würde oder vielleicht sogar zerstören könnte. Er setze früh genug Maßnahmen, auch in entsprechenden Hinweisen auf die Lebensführung in Form von Gesprächen. In den westlichen Bereichen wird gewartet bis Störungen eintreten und dann werden diese häufig nur weggedrückt und nicht geheilt. Heilung würde heißen, daß die Fehlhaltung, die zu dieser Belastung geführt hattte, ebenso korrigiert wird, daß die Zusammenhänge aufgedeckt werden und Ursachen auf allen Ebenen behoben werden. Dabei handelt es sich insgesamt um die Ebene des Körpers, der Gefühle, der Energie, der Farben, der Gedanken, des Charakters und des Geistes.
(17)
Die westliche Haltung, daß Heilweisen grundsätzlich mit Krankheitsgeschehen zu tun hat, hat sich auch in der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe und in weiterer Folge in der Antlitzdiagnostik festgesetzt. So schreibt Gisela Geiger in ihrem Buch: “Die Schüßler Mineral Salze” auf Seite 21: “Etwa fünfzig Jahre nach Dr. Schüßlers erster Veröffentlichung erschien das ‘Lehrbuch der Antlitz-Diagnose’ von Kurt Hickethier. Er beschreibt darin, welche Merkmale der Farbe und Beschaffenheit der Gesichtshaut etwas über einen Mangel eines oder mehrerer biochemischer Mineralstoffe aussagen.
Die Antlitz-Diagnostik kann al sLehre über die Feststellung von Krankheiten für die Biochemie verstanden werden. Bevor größere Gesundheitsschäden auftreten und sich in ihrer spezifischen Symptomatik zeigen, können Mangelerscheinungen meistens schon an der veränderten Farbe und Beschaffenheit der Gesichtshaut festgestellt werden. Man benötigt ein wenig Übung und muß genau hinschauen, um die feinen Unterschiede zu erkennen.
Es steht bei Mangelzuständen regelrecht im Gesicht geschrieben, welches Mineralsalz gebraucht wird. Diese Diagnoseart führt auf direktem Weg zum Wesen der Krankheit und eventuell zum erkrankten Organ. Die Befragung des Patienten ist zwar wichtig, jedoch ist die Diagnose anhand genauer Beobachtung und Betrachtung des Antlitzes ein untrüglicher Hinweis auf die fehlenden Mineralsalze.”
(18)
Als Überschrift hat die oben erwähnte Autorin für dieses Kapitel folgenden Satz gewählt: “Die Antlitz-Diagnose - das Gesicht als Spiegel der Blutbeschaffenheit”. Dieser Satz bringt zur Problematik der Krankheitserkennung über die so genannte Antlitz-Diagnostik auch noch die Frage, ob diese Technik auch Aussagen zur Blutbeschaffenheit zuläßt.
Dazu müssen wir uns die Arbeitsweise des Organismus anschauen: Das Blut wird in der optimalen Zusammensetzung durch die Adern geschickt, damit alle Organe reibungslos arbeiten können. Das Gehirn muß ununterbrochen mit wertvollen Betriebsstoffen und Sauerstoff versorgt werden. Schon nach einer Unterbrechung von mehr als drei Minuten kommt es zu irreparablen Schäden. Auch die übrigen Organe sind sehr von einer optimalen Versorgung mit Betriebsstof-fen abhängig.
Wenn nun im Blut durch eine mangelhafte Versorgung, vor allem durch die Ernährung, der Vorrat der notwendigen Mineralstoffe im Blut absinkt, muß der Organismus auf seine Speicher zurückgreifen und das Fehlende ergänzen. Das bereitet am Anfang keine Probleme!
Unser Körper ist ein Vorsorgewesen und füllt in Zeiten des Überschusses immer wieder seine Speicher auf. Sie beinhalten die frei verfügbaren Mineralstoffmoleküle, die keine Struktur beziehungsweise kein Gewebe aufbauen. Es gibt zum Beispiel frei verfügbare Calcium phosphoricum Moleküle und solche, die an eine kalkbildende Zelle gebunden sind und dadurch einen Knochen aufbauen. Die Speicher werden jedoch nach Möglichkeit nicht bis zur Neige verbraucht. Sie stellen einen bedeutenden Betriebsfaktor für den Organismus dar.
Bevor der Organismus seine Speicher ganz erschöpft, geht er an die Substanz. Im Falle eines Mangels an Calcium phosphoricum geht er an die Knochen und baut sie ab. Beim Mangel an Calcium fluoratum baut er den Zahnschmelz oder die Aderwandungen ab. Beim Silicea-Mangel werden die Haare und die Nägel nicht mehr ordentlich ausgebildet. Bewundernswert ist die Weisheit des Organismus, der den Abbau nach einer ganz bestimmten Reihung vornimmt, je nach der Be-deutung eines Körperteiles oder Organs für den Betrieb des Körpers.
Wenn also der Mineralstoff schon im Blut fehlt, dann fehlt's schon weit! So wertvoll also die Untersuchung des Blutes ist, es wird nicht nach dem Abbau der Mineralstoffspeicher gesucht. Daher ist es leicht möglich, daß jemand gesundheitliche Probleme hat, obwohl die Werte im Blut ganz normal sind.
So gesehen wäre ein Erkennen von Mängeln, wenn sie sich tatasächlich nur im Blut abspielen würden, eine Methode, die nicht durch und durch schaut! Das wäre zu vordergründig und ist nicht nur als Arbeitshintergrund sondern auch überhaupt als Überlegung abzulehnen.
Wie wir bei der Überlegung zur Blutbeschaffenheit gesehen haben, spielen die einzelnen Speicher für die verschiedenen Mineralstoffe eine große Rolle.
Die entscheidende Frage, die sich nun stellt, heißt: “Was wird denn über die einzelnen Zeichen tatsächlich festgestellt:

  • Sind es Krankheitszeichen
  • Sind es Mangelzeichen im Körper
  • Sind es Mangelzeichen im Blut
  • Sind es Mangelzeichen in den Speichern
  • Sind es Zeichen über den laufenden Verbrauch
  • Sind es Zeichen für problematische seelische Strukturen
  • Sind es Zeichen für Probleme aus anderen Bereichen des Menschen?

Für den zu wählenden Begriff ist es von entscheidender Bedeutung, was nun die Zeichen im Antlitz des Menschen bedeuten.
Grundsätzlich können wir davon ausgehen, daß der Betrieb des Körpers von Speichern aus versorgt wird. Zu unterscheiden ist zwischen dem aktuellen Betriebsspeicher und dem Langzeitspeicher
(19). Da auch bei einem Menschen, dem offensichtlich nichts fehlt, Mangelzeichen festzustellen sind, muß davon ausgegangen werden, daß der Organismus in der Regel den Bestand in den Speichern anzeigt. Es kann ja nicht angehen, daß einem Menschen, der relativ gesund ist, gesagt wird, daß er diese oder jene Krankheit habe, nur weil er im Antlitz Mängel aufweist, die angeblich auf einen gewissen Fehlbestand an Mineralstoffen hinweisen. Außerdem ist dies der Hinweis auf die hervorragendste Gesundheitsvorsorge, die es gibt. Über die Meldung an Mängeln in den Speichern kann der Vorsorgende genau jene auffüllen, an denen Bedarf besteht.
Im alltäglichen Leben verbraucht der Körper Mineralstoffe, was sich ebenfalls im Antlitz zeigt. So gibt es Menschen, die nach dem Essen ziemlich erröten, was auf einen Mangel an Magnesium phosphoricum hinweist. Oder bei anstrengender körperlicher Betätigung erröten die Menschen ebenfalls, was aber in diesem Fall eher ein Mangel an Ferrum phosphoricum ist. Befindet sich eine Gruppe von Menschen längere Zeit in einem geschlossenen Raum, eventuell bei einem Seminar, kommt es zu einer ockerfarbigen, bräunlichgelben Verfärbung um die Kinnpartie, was einen Mangel an Kalium sulfuricum anzeigt. Nach einer äußerst großen Anstrengung kann es sein, daß Menschen um das Kinn eine leichte graue Verfärbung zeigen, was wiederum einem Mangel an Kalium phosphoricum zuzuordnen ist. Wird im alltäglichen Verbrauch darauf geachtet, daß es zu keinen “Schulden” kommt, zu Hypotheken, die irgendwann einmal eingelöst werden müssen, dann besteht auch keine Gefahr einer Erkrankung.
Geht allerdings der Vorrat in den Speichern zurück, dann muß der Organismus seinen Betrieb einschränken, was in einer großen Weisheit geschieht. Zuerst werden die weniger wichtigen Teile des Körpers auf Sparflamme gesetzt, wie z. B. die Haare, die Nägel, die Haut u.ä. In diesem Stadium werden die Zeichen im Antlitz stärker und die Einnahmeempfehlung wird sich vor allem auf jene Mineralstoffe beschränken, an denen ein besonderer Bedarf dadurch angezeigt ist, daß es zu Störungen in der Versorgung kommt.
Wird der Mangel in den Speichern noch größer, kann der Organismus keine Betriebsstoffe mehr frei geben, weil er sie für die dringenden Aufgaben des Körpers bereit halten muß. In diesem Fall beginnen die Leiden des Menschen, ganz gleich ob akute, kurzfristige oder chronische, langfristige. In diesem Fall zeigen sich die einzelnen, in Frage kommenden Mängel sehr stark, wobei die Unterscheidung zwischen den Stufen im Mangel immer bedeutungsvoller wird, was aber einem geschulten Auge wenig Mühe bereitet.
Je schlechter es einem Menschen geht, um so weniger verschiedene Mineralstoffe bekommt er empfohlen, dafür aber von diesen eine ordentliche Dosis. Die Umkehrung läßt sich in diesem Falle durchführen und hat ebenso ihre Gültigkeit: Je besser es einem Menschen geht, um mehr verschiedene Mineralstoffe kann er beinnehmen, aber dafür von den einzelnen nicht so viele.
In extremen Fällen ist manchmal die Anwendung von nur einem oder höchstens zwei Mineralstoffen anzuraten. Das ist aber nur möglich, wenn der Erkrankte immer wieder beobachtet werden kann und die Veränderungen im Antlitz berücksichtigt werden.
Werden also Mängel im Antlitz eines Menschen beobachtet, dann geht es grundsätzlich um die Speicher im Körper. Sind diese erschöpft, dann wird zuerst bei einer entsprechenden Zufuhr von den bitter benötigten Mineralstoffen, die auftretende Störung behoben, dann geht es um die Auffüllung der Speicher. Hieraus wird es auch verständlich, daß der Biochemiker immer wieder den Rat geben wird, daß nach Beendigung des Leidens, der Krankheit oder der Störung die betreffenden Mineralstoffe noch lange eingenommen werden müssen. Ansonsten würde ja das Problem bei der geringsten Belastung wieder auftreten und es wäre niemandem gedient. Am allerwenigsten einer so wunderbaren Heilweise, wie es die Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe ist.
Da nach unserer Auffassund also die Mangelzeichen im Antlitz auf den Bestand der Mineralstoffe in den Speichern hinweisen, sind diese auf keinen Fall eine Möglichkeit, Krankheiten festzustellen. Außerdem muß darauf verwiesen werden, daß ein und derselbe Mangel viele verschiedene Auswirkungen im Körper zur Folge haben kann.
Die Zeichen im Antlitz sind außerdem kein Hinweis auf den Bestand der Mineralstoffe im Blut, sodaß die Blutanalyse auf jeden Fall eine weitere Hilfe ist festzustellen, wie weit es nun tatsächlich wirklich fehlt. Diese Möglichkeit der Medizin ist auf jeden Fall eine wertvolle Hilfe und zeigt eher Mängel in einem Bereich an, die durch die Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe nicht abgedeckt werden können.
Was aber auf jeden Fall abzulehnen ist, das sind eindeutige Rückschlüsse von Mangelzeichen auf seelische Zustände. Das sind höchstens Möglickeiten und wem dieser Weg mit einem Klienten möglich ist, wird entsprechend behutsam im Gespräch damit umgehen, wie es eben diesem Bereich angemessen erscheint.
Die Mangelzeichen sind eindeutige Hinweise des Organismus auf Mängel im Körper und gelten deshalb auschließlich für die körperliche Ebene. Es ist natürlich notwendig, bei einem Mangel, wenn er sich nicht auffüllen läßt, auch bei längerer Einnahme, auf andere Bereiche zu schauen, um die Blockade zu entdecken.
(20)
Wir haben uns nun nach reiflicher Überlegung und vielen Gesprächen wie auch schon in dem öfter zitierten “Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe” für den Ausdruck Antlitzanalyse
entschieden. Wir stellen über die Feststellung der Mangelzeichen keine Krankheiten fest. Das Antlitz des Menschen wird sozusagen in seine Mangelzeichen zerlegt. Jeder einzelne Mangel wird festgestellt und nach seinem Stärkegrad bewertet. Was der Mangel letztlich im Gesundheitsgeschehen des Menschen bedeutet, muß der Berater offenlassen. Er darf dem inneren Heiler des Menschen vertrauen, daß dieser die angebotenen Betriebsstoffe entsprechend den Notwendigkeiten einsetzen wird.

(13) Hickethier, Kurt: Lehrbuch der Biochemie, Kemmenau: Verlag Charlotte Depke, 1991, 9. Auflage, Seite 63f
(14) Krack, Niels Dr. med.: Biochemischer Leitfaden (nach Dr. Schüßler) mit Signaturen-Lehre, Schorndorf: Biologisch-Medizinische Verlagsgesellschaft mbH, 1984, Seite 29f
(15) Hickethier, Kurt: Sonnerschau, Kemmenau: Auslieferung Lotte Depke, 1982, Seite 31
(16) Heepen; Günter H.: Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe - 12 Mineralstoffe für Ihre Gesundheit, München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 1999, Seite 15f
(17) Ausführlicher dazu: Feichtinger, Mandl, Niedan: Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe, Heidelberg: HAUG Verlag, 1999, Seite 28 - 31
(18) Geiger, Gisela Elisabeth: Die Schüssler Mineral Salze, München: Delphi bei Droemer, 1999, Seite 21f
(19) Ausführlicher dazu: Feichtinger, Mandl, Niedan: Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe, Heidelberg: HAUG Verlag, 1999, Seite 95 - 100
(20) Ausführlicher dazu: Feichtinger, Mandl, Niedan: Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe, Heidelberg: HAUG Verlag, 1999, Seite 27 - 42
(21) Für die Anwendung der Antlitzanalyse ist es von großer Bedeutung festzustellen, daß durch manche Faktoren, die zu berücksichtigen sind, die Anzeichen im Antlitz verdeckt, verschleiert oder an andere Stellen im Körper verschoben sind. Am intensivsten wirkt sich in diesem Zusammenhang die Einnahme von schweren Medikamenten aus, weil durch sie die Nervenleitungsfähigkeit blockiert wird. Die innerkörperliche


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