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Textbeispiele:

Calcium fluoratum Nr. 1

Das Generalthema bei diesem Mineralstoff ist die Abgrenzung.


Was bewirkt der Mineralstoff im Körper?

- Er bildet die Hüllen (obere Hautschicht, Knochenhülle, Aderwand, Zellwand) und ist damit für den Schutz des Körpers verantwortlich.

- Er ist zuständig für die Elastizität in allen Geweben, vor allem in Sehnen und Bändern.

- Er bindet Hornstoff (Keratin).

- Er ist überall zuständig, wo im weitesten Sinne eine schützende Schicht gebildet wird.


Wie macht sich ein Mangel bemerkbar?

Verhärtete Sehnen (z.B. eingezogene Finger), durchsichtige Zahnspitzen, Schwielen, Schrunden, Hornstoffaustritt (besonders an den Fersen), Hornhaut, Risse auf Händen und Lippen, Fischschuppen, Überbeine, Plattfüße, Senkfüße, Krampfadern, Hämorrhoiden, Karies, übermäßig biegsame oder splitternde Fingernägel, einknickende oder leicht umknickende Knöchel, Bänderdehnung (Schlottergelenke), lockere Zähne, Organsenkungen.


Probleme, die zu Mängeln führen

- Ein schwacher eigener Standpunkt

Es kostet große Mühe und Geduld, bis Menschen sich im Leben zurechtfinden. Auf dem Weg zum eigenen Standpunkt werden auch Verletzungen wie spöttische Bemerkungen, Hänseleien oder andere Formen der Verunsicherung erlitten. Glaubt jemand dann seinen Standpunkt – seinen Stand im Leben – gefunden zu haben, wendet er viel Energie auf, ihn zu verteidigen. Je mühevoller der eigene Standpunkt errungen wurde, umso empfindlicher wird auf das Infragegestellte reagiert. Das kann dazu führen, dass sich jemand auch dann in Frage gestellt fühlt, wenn das gar nicht der Fall ist. Dies liegt an Erinnerungen, die aber mit der Realität nichts zu tun haben. Und mancher, der verbissen seinen Standpunkt verteidigt, merkt unter Umständen nicht einmal, dass dies gar nicht nötig ist, da er selbst - als menschliches Wesen an sich - wertvoll ist. Diesen Grundwert kann ihn niemand geben, aber auch nicht nehmen.

Befreiung: Durch die Liebe eines Menschen, der das Gefühl vermittelt: "Es gibt dich und das ist Grund genug, dich zu lieben!" gelingt es in hervorragender Weise, dass der Mensch voller Staunen seinen Grundwert spürt und sich als wertvoll annehmen kann. Allerdings ist dieses Ereignis nicht alltäglich. Es lässt die eigene Existenz als ein Geschenk erleben und kann nicht erzwungen werden.

Hinweis

Weder anderen nach dem Mund zu reden noch auf seinem eigenen Standpunkt unwiderruflich zu beharren, ist sinnvoll. Der eigene Standpunkt muss überprüft und evtl. verändert werden.

- Ein problematischer Standpunkt

In diesem Fall kann sich der Mensch zu keinem eigenen Standpunkt aufraffen. Dadurch ist er gezwungen, jedem anderen zuzustimmen. Das drückt sich auf der körperlichen Ebene in einer Überbeweglichkeit (Hypermobilität) aus. Eine andere Möglichkeit ist ein verhärteter oder versteifter Standpunkt. Das zeigt sich auf der körperlichen Ebene durch eine Steifheit, die sich evtl. in einer Verhärtung von Sehnen und Bändern zeigt, welche körperliche Fehlhaltungen zur Folge haben. Auch wenn jemand beispielsweise häufig mit dem Knöchel umknickt, kann das mit einem sehr schwachen inneren Standpunkt verknüpft sein.

Befreiung: Einen guten Boden unter den Füßen gewinnen heißt, dem Grundwert immer näher zu kommen. Dann nimmt auch die Fähigkeit zu, einen Standpunkt verlassen oder verändern zu können.

- Übertriebene Sorge um den guten Eindruck

Oft erleben Kinder schon früh am Beispiel ihrer Eltern, vor anderen glänzen zu müssen. Nach außen wird die heile Welt vorgespielt, die Musterfamilie mit Mustervater, der idealen Mutter und den mustergültigen Kindern. Dies betrifft das Außen, die Hülle, den Schein anstelle des Seins. Als Folge einer solchen Erziehung wird die größte Sorgfalt darauf verwendet, einen guten Eindruck zu machen. Diese Mühe (eine große Leistung) erzeugt an der Körperflächer sehr große Spannungen, so dass dafür sehr viele Betriebsstoffe zur Verfügung gestellt werden müssen.

Befreiung: In der Pubertät besteht für den Jugendlichen die Möglichkeit, das eng gestrickte Korsett der Eltern zu verlassen. Gelingt dies nicht, muss die Pubertät später nachgeholt werden. Andernfalls bleibt der Mensch in dem Kokon stecken, in den er eingesperrt wurde.

Hinweis

Um Zuwendung zu erlangen, sind manche Menschen bereit, vieles auf sich zu nehmen. Sie tun alles dafür, gesehen zu werden, was sie mit geliebt werden verwechseln.

- Nur Leistung zählt

Wird dem Kind immer wieder vermittelt, erst durch seine Leistungen werde es von seiner Umgebung angenommen, entwickelt es das Gefühlt, dass es erst durch die Anerkennung der anderen etwas Wert ist. Leistung ist hier sehr umfassend zu verstehen, denn ein freundliches Gesicht zu zeigen, obwohl die Tränen schon im Halse stecken, bedeutet eine große Leistung. Das Kind verwechselt gesehen zu werden mit geliebt zu sein. Es wird gesehen, weil es so gescheit, so herzig, so brav, so fromm, so angepasst oder so tüchtig ist. Diese Eigenschaften wird es im Leben ausbauen, um weiterhin „geliebt“ zu werden, und so den Fluss an Zuwendungen im Gang zu halten.

Hintergrund für diese Haltung ist, dass sich der Mensch in seiner Existenz bedroht fühlt. Immer wenn keine positive Rückmeldung aus der Umgebung kommt, muss irgendeine besondere Leistung erbracht werden, damit das Defizit aufgefüllt wird.

Befreiung: Als Erwachsener muss es gelingen, die Bedeutung, die der gute Eindruck auf andere für den Betreffenden hat, hinter sich zu lassen. War man als Kind vielleicht auf diesen bei der Mutter/dem Vater angewiesen, ist das im späteren Leben nicht überlebensnotwendig. Vor allem nicht bei jedem Menschen. Es geht nur um die, mit denen man gern zusammenlebt.

- Aufpolieren

Solange die Frage: „Wie stehe ich vor den anderen da?“ vorherrscht, handelt es sich um eine Struktur, die zum ersten Mineralstoff passt. Es wird dabei mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln versucht, beim anderen ein möglichst gutes, wenn nicht gar tolles Bild von sich selbst zu erzeugen. Zum Aufpolieren dienen nicht nur fremde Standpunkte, sondern letztlich alles, was sich dafür verwenden lässt. Das kann eine gute Figur, schöne Kleider, ein jugendliches Aussehen, eine interessant wirkende Sprache, Muskeln, ein großes Auto oder Erfolg sein. Diese Einstellung liegt die Haltung zugrunde, dass man sich das Wohlwollen seiner Mitmenschen verdienen müsse. Menschen, die so denken, haben kein Gespür für den eigenen Wert entwickelt und sind darauf angewiesen, sich ihren Wert von anderen zuschreiben zu lassen. Dadurch entfernen sie sich immer mehr von ihrem eigentlichen Wert, was im Innersten unzufrieden und unsicher macht.

Befreiung: Je mehr die Politur ihre Bedeutung verliert, umso mehr kann die Freude über das eigene Können, die Erfolge, die schönen Dinge, die man besitzt, die schönen Erlebnisse einkehren. Sie müssen nicht mehr zum Aufpolieren missbraucht werden.

- Das Urteil der anderen ist entscheidend

Aus der Einstellung, dass es im Leben hauptsächlich auf das Urteil anderer ankommt, entsteht das Gefühl, dass das eigene Innere vor der Außenwelt verborgen werden müsse! Es wird versucht, im rechten Licht dazustehen, doch nach innen wird diese Schutzschicht als bergende Mauer gefühlt. In einer solchen Situation fällt es besonders schwer, einen eigenen Standpunkt einzunehmen. Damit entsteht der Bedarf, Anleihen von außen zu machen. Dabei wird ein anerkannter Standpunkt ganz einfach übernommen. Je besser die gewählte Einstellung, Haltung oder Meinung bei anderen wirkt, umso lieber wird sie übernommen. Der Gradmesser besteht also ausschließlich in der Wirkung auf die Umgebung und nicht in der Begründbarkeit und Glaubwürdigkeit. Der Blick auf den Eindruck beim anderen verhindert eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Standpunkt. Das erzeugt eine zusätzliche Not. Der Standpunkt wird verteidigt, obwohl er völlig unangemessen ist, weder vertreten werden kann noch ins Leben gewandt ist. Es fehlt im Wesentlichen das eigene Gespür und Empfinden zu dem, was geäußert wird.

Befreiung: Es kommt nicht auf die Wirkung beim anderen an. Das ist der Schlüssel für die Lösung der Fesselung an das Urteil des Gegenübers. Wird die Fesselung gelockert, verliert der Zwang, beim anderen mit allen Mitteln einen guten Eindruck erzeugen zu müssen, seinen tyrannischen Druck. Damit kann der Innenraum allmählich an Bedeutung gewinnen. Die innere Bewegungsfreiheit nimmt zu, das Eigenleben wird reicher. Die Fremdbestimmung nimmt ab, die Freude am Leben zu. Die nun frei werdenden Energien ermöglichen einen echten Austausch an Meinungen und Gefühlen.

Hinweis

Das eigene Urteil, nicht das der anderen, ist entscheidend für eine gelingendes Leben.


- Sich nicht in Frage stellen können

Der eigene Standpunkt hat seinen Wert. Er entstand, wenn er nicht missbraucht wurde, um andere zu beeindrucken, als Lebenshintergrund und hat damit große Bedeutung. Aus ihm heraus können das eigene Leben, das anderer und die Welt gedeutet werden, so weit das möglich ist. Er umfasst viele Inhalte, die im Laufe der Zeit von anderen übernommen, geprüft und schließlich für die eigene Welt als gültig eingebaut wurden.
Der eigene Standpunkt ist jedoch nicht allgemeingültig. Wird er nicht verlassen, sondern auf ihm beharrt, versteift sich der Mensch. Dann verbraucht er auf der körperlichen Ebene viel Calcium fluoratum.

Befreiung: Es ist eine wertvolle Haltung, von seinem eigenen Standpunkt weggehen zu können, um dadurch andere besser kennen zu lernen. Immer wieder ist dabei das Gefühl der eigenen Gefährdung zu überwinden. Mit der Zeit und Übung geht es dann immer leichter. Das ist der Weg zu einer immer größeren Flexibilität und Elastizität.

- Nicht Nein sagen können

Wenn ununterbrochen die Sorge dem guten Eindruck bei anderen gilt, dann kann das Eigene nicht gesehen werden. Dann kann es auch schwer geschützt werden. Immer sind die anderen dran und nicht das eigene Leben, denn es könnte ja jemand ungehalten oder gar schlecht zu sprechen sein auf die eigene Person. Das wäre bei einem solchen Menschen eine große Katastrophe.

Befreiung: Kann sich der Betreffende langsam auch damit anfreunden, dass jemand schlecht auf ihn zu sprechen ist und dies ihn nicht vernichtet, lockert sich der innere Zwang. Er lernt damit zu leben, dass ihn nicht alle mögen. Langsam entsteht auch die Haltung, dass man sich nicht mit Menschen umgeben muss, die einem nicht gut tun. Damit wächst der Mut, sich für bestimmte Menschen zu entscheiden und andere lassen zu können.


- Sich schützen müssen

Verstärkt sich das Vertrauen, dass der Mensch sich bei Bedarf schützen und abgrenzen kann, steht die Energie, die vorher für den permanenten Schutz aufgewendet wurde, wieder frei zur Verfügung. Und die Fähigkeit, sich zu schützen, wird dabei nicht vermindert. Die schützende Hülle, in die der Mensch immer wieder zurückkehren kann, soll nicht zerstört werden. Die Fähigkeit, sich zu schützen, ist für das Leben sehr wichtig. Dadurch kann sich der Mensch abgrenzen und neue Kräfte sammeln.

Befreiung: Das Wort Verlassen hat eine doppelte Bedeutung. Je mehr sich ein Mensch auf sich verlassen kann, umso leichter kann er sich verlassen. Gemeint ist damit: Je stabiler jemand ist, je tiefer das Vertrauen in den eigenen Lebensgrund verankert ist, je weniger er sich von anderen gefährdet fühlt, umso mehr ist ihm der sichere Hort gewiss, in den er jederzeit zurückkehren kann. Von dieser Ausgangssituation bzw. Position her kann er von sich weggehen, auf anderes eingehen, ganz tief in fremden Welten versinken, um sie zu erfahren und dann wieder zu sich zurückkehren. Das ist eine wunderbare Erfahrung in einer gelingenden Partnerschaft. Calcium fluoratum ist der Mineralstoff, der auf der körperlichen Ebene für den Schutz des Lebens sorgt.

Hinweis

Im Leben heißt es auch Abschied nehmen können, auch wenn es manchmal schwer fällt. Nur wer Abschied nehmen kann, kann auch etwas Neues beginnen.

- Abschied nehmen

Eine gute Abgrenzung verlangt auch, dass man einen Schlusspunkt setzen kann.

Befreiung: Der Abschied ist ein elementares Ereignis im Leben. Dies muss erkannt und Schritt für Schritt vollzogen werden.


Zusammenfassung

Zunehmende Fähigkeit zur Distanzierung von Zwängen

- Eine Lockerung geht von der Beharrung (Versteifung) auf einen Standpunkt zur Bewegungsfähigkeit (Flexibilität) über, d.h. etwa verschiedene Standpunkte einnehmen zu können.

- Unangemessene Standpunkte sollten in Richtung einer weniger angstvollen Einschätzung des Lebens verlassen werden.

- Der Mensch muss ein Ereignis beenden oder abschließen lernen, um auf neue Situationen zugehen zu können.

- Allmähliche Abwendung von der Angst „Wie steh‘ ich vor dem anderen da?” zum Vertrauen, dass man angenommen ist.

- Vom Menschen ist nicht nur die Oberfläche von Bedeutung!

Befreiende Affirmation

Die befreiende Einstellung zu diesem Mineralstoff heißt: „Ich darf grundsätzlich davon ausgehen, dass mir der andere wohlgesonnen ist! Und sollte es ausnahmsweise einmal nicht der Fall sein, habe ich die Fähigkeit, das zu spüren.“

Was könnte noch helfen?

Yoga (fördert Dehnung, Elastizität und Standfestigkeit).

Hilfreiche Fragen

- Bin ich davon abhängig, wie andere über mich denken?

- Muss ich mich vor meiner Umgebung besonders schützen?

- Ist mein Besitz besonders gefährdet?

- Geht mir mein Ansehen über alles?

- Kann ich meinen Standpunkt auch verlassen?

- Muss ich mich selbst immer verteidigen?

- Fühle ich mich schnell in Frage gestellt?

- Hab ich einen wackligen Stand?

- Habe ich eine dünne oder dicke Haut?

- Kann ich einen Schlusspunkt setzen?

- Kann ich Nein sagen?

- Bin ich flexibel?




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