|
Lebensgewohnheiten und Ernährung
Unser Leben wird von vielen Faktoren bestimmt. Ein wesentlicher sind einerseits die Arbeitsbedingungen der Erwachsenen und andererseits die Stundenpläne der Kinder: So wird in vielen Familien nur einmal am Tag richtig gegessen, nämlich am Abend. Zu Mittag gibt es einen kleinen Imbiss.
Am Abend wird dann rasch gekocht. So bedingen äußere Erfordernisse, was für unseren Organismus nicht gut ist: nämlich die Hauptmahlzeit abends und dann womöglich noch reichlich zu verzehren. So verwundert es nicht, wenn Ernährungsempfehlungen, die auf die äußeren und nicht auf die inneren Bedürfnisse der Menschen setzen, großen Erfolg haben. Immer wieder entstehen solche Ernährungstrends, die ein paar Monate oder Jahre faszinieren, dann aber wieder abgelegt werden.
Modekost und Kuren
Ein Beispiel ist das Fit-for-Live-Konzept, das empfiehlt, statt eines Frühstücks nur Obst, Gemüse oder Säfte zu sich zu nehmen. Es ist ja klar, dass am Morgen keinen Hunger hat, wer am Abend ein reichliches Mahl gegessen hat.
Trends in den Ernährungsgewohnheiten können aber auch zu Einseitigkeiten führen, die ungesund sind und deshalb rasch wieder aufgegeben werden. So hat die Müsliwelle eine Zeitlang die Ernährungsgewohnheiten stark beeinflusst. Heute stehen Müslis nur noch bei wenigen Menschen auf dem täglichen Speiseplan.
Es tauchen immer wieder Modebewegungen in der Ernährung auf, die meistens genauso schnell wieder verschwinden, wie sie entstanden sind.
Überhaupt hätten wir es doch gerne, dass ganz einfache Maßnahmen uns die Gesundheit garantieren sollten. Daher sind viele Menschen schnell bereit, die ein oder andere Diät oder Kur auszuprobieren, die bei näherem Hinsehen nicht ganz unproblematisch ist.
Es ist doch kein Wunder, wenn jemand ganz weiß im Gesicht ist, der eine Apfelessigkur durchführt, weil ihm die Fruchtsäure buchstäblich das Kalzium wegfrisst. Auch die Zitronensaftkur belastet in ähnlicher Weise, vor allem Menschen, die ohnehin schon übersäuert sind. Sogar das viel gepriesene tibetische Steinsalz belastet auf lange Sicht den Natriumhaushalt. Kein Wunder, dass durch diese Belastungen, die der Betroffene bald auch spürt, oft schon nach kurzer Zeit die Begeisterung für die Kur abklingt.
Zu einer gesunden Ernährung gehört ein fundiertes Wissen. So ist niemand schon ein Vegetarier, wenn er nur das Fleisch weglässt. Er muss auch wissen, wie er Mangelerscheinungen vorbeugt.
Ernährung und Jahresrhythmus
Auch die Jahreszeiten haben Einfluss auf unsere Essgewohnheiten. Zum Beispiel im Sommer: Wer grillt da nicht gerne? Grillgut ist allerdings eine relativ große gesundheitliche Belastung, denn durch das Grillen entstehen viele freie Radikale. Deshalb nehmen auch immer mehr Menschen davon Abstand.
Verführerisch ist auch der Duft frisch gebackener Plätzchen in der Adventszeit. Der Appetit auf diese Süßigkeiten ist dann oft so groß, dass die Gebäckdosen zu Weihnachten schon leer gegessen sind. An den Festtagen hat man dann oft schon keine Lust mehr auf Weihnachtsgebäck. Überhaupt ist das Essen an den Weihnachtstagen, besonders das Festtagsmenü, meist eine gehörige Belastung für unsere Verdauung: Wir nehmen zu! Doch die Gewichtszunahme ist noch das geringste Übel. Das üppige Essen an den Feiertagen oder kurz danach führt nicht selten zu vermehrten Bluthochdruckattacken, ansteigenden Blutzuckerwerten, Magenübersäuerung und Problemen mit der Bauchspeicheldrüse.
Nahrung für den ganzen Menschen
Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, heißt es in der Bibel. Unser Leben beschränkt sich nämlich nicht nur auf die körperliche Ebene. Auch andere Bedürfnisse wie religiöse oder spirituelle wollen gestillt werden. Insgesamt gibt es sogar sieben Ebenen. Sie alle haben ihre eigenen Bedürfnisse.
Nahrung für den Körper
Der Körper braucht Nahrung, die ihn mit den wichtigen Nährstoffen versorgt. Auf Dauer dürfen keine wichtigen Stoffe fehlen, weil sonst zunächst Mangelerscheinungen auftreten, später dann, möglicherweise schwere Krankheiten.
Nahrung für die Gefühle
Essen alleine macht nicht glücklich, denn wir brauchen auch etwas fürs Gemüt oder fürs Herz, wie es gerne formuliert wird. Wir müssen auch Situationen erleben, in denen unsere Gefühle angesprochen werden, die uns innerlich in Schwingung bringen. Die Gefühle sind die Nahrung für unser Herz, ohne sie verkümmert es. Wer weiß, ob nicht so manchem Herzinfarkt eine Unterkühlung des Herzens vorausgegangen ist.
Nahrung für das Energiefeld
Manche Menschen haben sich satt gegessen und verspüren doch immer noch ein diffuses Hungergefühl. Dies ist dann der Hunger des Energiefeldes nach Energie. Dieser Hunger lässt sich nicht mit Essen stillen. Nahrung für das Energiefeld benötigen besonders Menschen, die anderen zugewandt arbeiten und die deshalb energetisch leicht ausgebeutet werden, wie zum Beispiel Masseure, Friseure, Krankenschwestern oder Ärzte. Hunger nach Energie kann aber auch bei anstrengender geistiger Arbeit auftreten und bei Menschen, die Erholung benötigen. Das Bedürfnis nach Energie wird oft nicht verstanden. Dabei ist es wichtig, Energiefeldhygiene zu betreiben, sich auf sich selbst und sein Energiefeld zu konzentrieren.
Der Mensch braucht auch Farben, um sich wohl zu fühlen und gesund zu bleiben. So treten in den farbenarmen Jahreszeiten die meisten Krankheiten auf. Auf die Bedeutung der Farben weist auch hin, dass die Energiezentren (Chakren) mit jeweils bestimmten Farben verknüpft sind. Farben spielen auch bei der Nahrung, der Kleidung und in der Wohnung eine große Rolle.
Nahrung für die Seele
Auch die Seele braucht Nahrung. Auf der Ebene des Bewusstseins und des Charakters sind das Gespräche, die den Geist anregen, ein Gedankenaustausch, der belebt, die Auseinandersetzung mit Strukturen und Handlungsmodellen, die von anderen Menschen übernommen wurden oder auch übernommen werden mussten. Sich aus den inneren Zwängen zu befreien, bedeutet eine große Anstrengung. Wenn wir dann einen Menschen haben, der uns in diesem Befreiungskampf beisteht, ist das eine große Hilfe, nämlich Nahrung für die Seele.
Jeder Mensch hat eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualität und Glauben (Ebene des Geistes). Sie sind das Fundament, das uns Boden unter den Füßen gibt. Die Beheimatung im Glauben vertreibt die Ruhelosigkeit, die den Menschen oft umtreibt, weil er nicht weiß, wo der Ort seiner Sehnsucht liegt. Meist sucht er ihn außen, in der Welt, ohne zu merken, dass er doch in seinem Inneren liegt. Den Zugang zur eigenen Spiritualität zu finden, ist ein Glück und stillt ein großes Bedürfnis.
Die Energie der Nahrung
Als man begann, den Wert der Nahrung einzustufen, wurde er zunächst allein nach dem Brennwert, den Kalorien, bemessen. So ist beispielsweise die Verbreitung des weißen Mehls zu erklären. Dabei werden vor dem Mahlen die Randschichten der Körner wie auch der Keim entfernt und es entsteht eine lange haltbare Mehlkonserve, die zwar den gleichen Kaloriengehalt wie Vollkornmehl hat, der aber die wichtigen, in den Randschichen des Korns enthaltenen Vitamine fehlen.
Erst mit der Zeit fand man heraus, dass Essen mehr als nur die Aufnahme von Brennstoff für den Körper ist. Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe oder essentielle Fettsäuren wurden entdeckt, die für den Organismus unverzichtbar sind. Die wahre Bedeutung der Mineralstoffzufuhr aber blieb lange ein Geheimnis.
Der Aspekt jedoch, dem die allergrößte Bedeutung zukommt, wurde aber noch immer nicht berücksichtigt: die feinstoffliche Energie der Nahrung. Das lässt sich eindrucksvoll am Beispiel von frischem Quellwasser erfahren. Wer schon einmal während einer anstrengenden Wanderung nur einige wenige Schlucke Quellwasser getrunken hat, weiß, dass nicht nur der Durst gestillt wird, sondern sich auch das Hungergefühl verliert.
Die Energie des Quellwassers ist deshalb so hoch, weil es unverändert ist. Je mehr ein Lebensmittel verändert wird, desto geringer ist sein Energiegehalt. So nimmt zum Beispiel schon durch einfaches Wiedererwärmen der Wert eines Nahrungsmittels rapide ab. Mehrfach aufgewärmtes Essen kann sogar schädlich sein. Bei Tieren wurde festgestellt, dass sie die Fruchtbarkeit innerhalb kürzester Zeit verloren, wenn sie über einen längeren Zeitraum wiedererwärmtes Futter vorgesetzt bekamen.
Frisch gekochtes Essen ist gesünder als aufgewärmtes, doch am wertvollsten sind unveränderte Lebensmittel.
Für die Gesundheit ist es deshalb von großer Bedeutung, dass ein gewisser Anteil der Nahrung frisch, also ungekocht gegessen wird. Obst, Salate, aber auch Gemüse sind in rohem Zustand vor allem als Mineralstoff-, Vitamin- und Energielieferanten besonders wertvoll.
Jedes Mal, wenn wir zu essen beginnen, werden die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) in Alarmbereitschaft versetzt. Sie sind die Giftpolizei des Körpers. Angeregt von den Geschmacksnerven besetzen sie bei der Aufnahme von erhitzter, denaturierter Nahrung die Darmwand, als gelte es, eine Vergiftung oder Infektion aus dem Darm abzuwehren. Diese Reaktion erfolgt nicht bei Frischkost. Der Grund dafür ist, dass Totgekochtes für den Organismus eher belastend ist und auch wenig Energie besitzt. Im Gegenteil kostet die Verdauung den Organismus Energie. Dies führt auch zu der häufig beobachteten Müdigkeit nach dem Essen. Viel wichtiger aber ist, dass die weißen Blutkörperchen, die in der Darmwand beschäftigt sind, dem Immunsystem für die Abwehr von Krankheiten fehlen. Ein Salat oder ein Stück Obst 10 Minuten vor der Hauptmahlzeit helfen, die Verdauungsleukozytose zu vermeiden und sich auch nach dem Essen frisch und fit zu fühlen.
Wenn Sie auf einen hohen Energiegehalt Ihrer Nahrung Wert legen, dann geben Sie der Roh- oder Frischkost einen festen Platz in Ihrer Ernährung. Am besten sind natürlich Gemüse und Obst direkt aus dem Garten oder vom Baum, frisch und möglichst unbehandelt.
Wie wird heute gegessen?
Ernährungsgewohnheiten
Essen hier und anderswo
Ernährungsgewohnheiten sind regional oft sehr verschieden. So legt man in Frankreich Wert auf mehrgängige Menüs, für die man sich auch zwei bis drei Stunden Zeit nimmt. Aber auch in Italien wird ein schönes Essen geschätzt. In den Vereinigten Staaten dagegen wird alles von der Geschwindigkeit beherrscht, auch das Essen. Fastfood, das schnelle Essen zwischendurch, passt hier zur Mentalität. Natürlich gibt es auch noch die sehr persönlichen Unterschiede in den Essgewohnheiten.
Essensvorlieben entstehen schon in der Kindheit
Kaum schmeckt dem Sprössling ein bestimmtes Essen besonders gut, dann wird das im Speiseplan besonders oft berücksichtigt. Welche Mutter möchte ihre Kinder schließlich nicht mit dem Essen auch einmal verwöhnen? So habe ich von einer Mineralstoffberaterin erfahren, dass ihre Mutter, wenn sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern zu Besuch kommt, vier verschiedene Gerichte kocht, jedem sein Lieblingsessen (oder zumindest das, was die allzu besorgte Oma dafür hält).
Ein altes Sprichwort sagt: Liebe geht durch den Magen. Und weil Mutter die beste Köchin war, versucht manche Ehefrau genauso zu kochen. So werden Ernährungsgewohnheiten von einer Generation an die nächste weitergegeben. War nun das Essen bei Mama mineralstoffarm, dann wird dieser Mangel weiter bestehen bleiben.
Beharrungstendenz des Körpers
Oft meinen Menschen, sie wüssten genau, was ihr Körper braucht. Das konnten wir oft feststellen, wenn wir jemandem mitteilten, er solle doch den einen oder anderen Mineralstoff nach Dr. Schüßler nehmen. Die Antwort lautete dann: Die benötige ich nicht, denn mein Körper sagt mir schon, was ich brauche!
Stattdessen kaufte er sich etwa eine große Tafel Schokolade, ein Kilogramm Geräuchertes und salzte die Suppe, bevor er noch gekostet hatte, weil er das Bedürfnis nach Süßem oder Salzigem hatte. Leider hat dieser Mensch die Sprache des Körpers nicht richtig verstanden, denn meist zeigt das übermäßige Verlangen nach einer bestimmten Speise einen Mineralstoffmangel an, der sich verliert, wenn der entsprechende Schüßler Mineralstoffe eingenommen wird. In vielen Bereichen lässt sich allerdings eine so genannte Beharrungstendenz des Organismus feststellen.
Wird ein Organismus mit viel Säure, etwa durch eine eiweißreiche Ernährung oder hohen Kaffee- oder Süßigkeitenkonsum, belastet, baut er für deren Neutralisation einen chemischen Mechanismus auf. Je stärker die Säurebelastung ist, desto stärker muss der Organismus arbeiten, damit er die anfallende Säure abbauen kann, und je mehr Säure zugeführt wird, desto mehr Neutralisierungsmechanismen werden geschaffen. Wird durch eine Veränderung der Lebensweise und der Ernährungsgewohnheiten dann plötzlich nur noch wenig Säure zugeführt, schreit der aufgebaute chemische Apparat geradezu nach mehr Säure, da nun ein Überangebot an neutralisierenden Stoffen besteht. Es ist festzustellen: Je mehr Säure zugeführt wird, desto mehr Neutralisationsmechanismen werden geschaffen, und je mehr neutralisierende Stoffe vorhanden sind, desto mehr verlangt der Körper nach Säure. Das bezeichnen wir als Säureschaukel. Dieser Mechanismus kann in der Sucht enden, wenn dem Verlangen nach einem bestimmten Stoff nachgegeben wird. Weit verbreitet sind beispielsweise die Nikotin- und Koffeinsucht. Aber auch Schokolade, Süßigkeiten, Geräuchertes oder Kochsalz können die beschriebenen Neutralisationsmechanismen des Körpers auslösen und zu einem immer größer werdenden Verlangen nach diesen Stoffen führen.
Hinter einem starken Verlangen nach bestimmten Nahrungs- oder Genussmitteln stehen Mängel, die durch die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler gedeckt werden können.
Ernährungsvorlieben
Die Stoffwechselprozesse des Organismus stellen sich auf bestimmte Nahrungsmittel oder genauer auf das, was in ihnen enthalten ist ein. Wahrscheinlich bevorzugt der Organismus gerade die Stoffe, die er bereits in Deponien abgelagert hat. So wird der Körper uns aufgrund seiner Ernährungserfahrung immer wieder auf die Nahrungsmittel Lust machen, deren Inhaltsstoffe ihm schon bekannt sind. Vielleicht haben Sie auch schon einmal erlebt, dass Sie aus einem Urlaub in einem fernen Land zurückgekommen sind und sich nach Ihrem Lieblingsgericht gesehnt haben, weil Sie es schon so lange entbehren mussten.
Natürlich hängt das auch mit dem Grundcharakter jedes Einzelnen zusammen. Ein Mensch, der neugierig ist und auf neue Dinge zugeht, verhält sich auch beim Essen anders als jemand, der eher statisch ist und lieber bei dem bleibt, was er kennt.
|