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A Einleitung
Weltbekannt wurde sie, jene legendäre Rede des Häuptlings Seattle, Chief der Suquamish und Duwamish Indianer, die dieser im Januar 1854 anlässlich einer Anhörung vor Isaac I. Stevens, dem Gouverneur der Washington Territories, hielt und die unsere Verbundenheit mit der Schöpfung und mit den Tieren auf so wundervolle Weise auszudrücken vermag: Wir sind ein Teil der Erde, und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere Schwestern, die Rehe, das Pferd, der große Adler sind unsere Brüder. Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys und des Menschen sie alle gehören zur gleichen Familie. ... Die Luft ist kostbar für den roten Mann denn alle Dinge teilen denselben Atem das Tier, der Baum, der Mensch sie alle teilen denselben Atem.
Doch es ist nicht allein der Atem, den wir mit den Tieren teilen, wir teilen auch einen großen Teil unserer Nahrung mit ihnen, Nahrung, in der alle wichtigen Bestandteile für einen lebensfähigen Organismus enthalten sein müssen.
Ein wichtiges Fundament für die einwandfreie Organisation eines Organismus, des menschlichen wie des tierischen, stellen die Mineralstoffe dar, es sind lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die ihm täglich mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Ihre elementare Bedeutung für ein gesundes Leben, wurde bereits früh erkannt und ist seit jeher Objekt der medizinischen Forschung.
Zu den Pionieren der Erforschung der Mineralstoffe gehörte, der 1821 im Nordoldenburgisch-Ostfriesischen Bad Zwischenahn geborene Homöopath und Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler, der Begründer der nach ihm benannten Biochemie nach Dr. Schüßler. Dr. Schüßler prägte mit seiner biochemischen Heilweise den Begriff Biochemie. Heute versteht man unter Biochemie eine ganze wissenschaftliche Disziplin, die sich mit weit mehr als nur mit den Mineralstoffen beschäftigt, so dass die selbstverständliche Verknüpfung mit Dr. Schüßler nicht mehr hergestellt werden kann.
Dr. Schüßler schreibt 1875 in seiner Schrift Die anorganischen Gewebebildner: Für die Landwirtschaft haben die anorganischen Stoffe der Pflanzen durch die Agriculturchemie bereits ihre Verwertung gefunden. Ich habe es unternommen, die Chemie der Gewebe des animalischen Organismus auf das therapeutische Gebiet zu übertragen. In einer weiteren Veröffentlichung Die Heilung der Diphteritis auf chemischem Wege aus dem Jahre 1879 konkretisiert er das Schüßlersche Prinzip: Danach ist meine Therapie ein Analogon der Agriculturchemie. So, wie man was jeder rationelle Landmann weiß kränkelnde Pflanzen durch Begießen mit einer Lösung des ihnen entsprechenden Salzes zum Gedeihen bringen kann, so curire ich die erkrankten animalischen Gewebe mittels Verabreichung von Molekülen eines anorganischen Salzes, welches demjenigen homogen ist, durch dessen Funktionsstörung die betreffende Krankheit bedingt ist.
Justus von Liebig, der Begründer der Agrikulturchemie hat nicht nur die Labors in den Universitäten eingeführt, sondern durch seine Forschungen auch einen großen Einfluss auf Dr. Schüßler gehabt, wie aus den angeführten Zitaten ersichtlich wird.
In diesem Zusammenhang ist augenfällig, dass bereits Dr. Schüßler den menschlichen Körper als animalischen bezeichnet. Um wie viel mehr lassen sich dann die Wirkstoffe dieser Heilweise bei Störungen tierischer Organismen anwenden. Es ist auffällig, dass gerade die großen Tiere, im Speziellen aber die Pferde, hervorragend auf Mineralstoffe nach Dr. Schüßler ansprechen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es besonders erfreulich, dass das erste Buch in der Reihe der Biochemie nach Dr. Schüßler in der Sparte Tierheilkunde für die Anwendung bei Pferden erscheint.
Mineralstoffversorgung des Körpers
Aus den neueren Forschungen wissen wir, dass der Zellstoffwechsel, was die Mineralstoffe betrifft, ausschließlich auf der molekularen Ebene stattfindet. Die Zelle muss deshalb von einer Flüssigkeit umgeben sein, der Zwischenzellflüssigkeit, welche die für die Zelle benötigten Stoffe anbietet. Zellen haben, je nach ihrem Aufgabengebiet und ihrer Zugehörigkeit zu einem Zellverband, verschiedene Bedürfnisse. Eine Herzzelle hat sicher einen anderen Bedarf als eine Nierenzelle oder gar die Zelle in einem Knochen.
Wenn die Zellen mit Mineralstoffen gut versorgt sind, erzeugen sie ein ihnen eigenes Schwingungsfeld. So haben z. B. alle Herzzellen die gleiche Schwingung und insgesamt erzeugen sie das Energie- bzw. Schwingungsfeld des Herzens, welches sich über die Akupunktur ohne weiteres nachvollziehen lässt. Auch für die Akupressur gibt es ja entsprechende Herzpunkte. Alle Organe und Körperteile zusammen ergeben ein körpereigenes Schwingungsfeld, von diesem ist der Mineralstoffhaushalt außerhalb der Zellen abhängig.
Der Organismus ist gezwungen ein immer gleiches Verhältnis zwischen den Mineralstoffen innerhalb und außerhalb der Zellen herzustellen. Man spricht von einem konstanten Konzentrationsverhältnis. Erleiden die Zellen einen intrazellulären Mangel an einem bestimmten Mineralstoff, wird der Körper auch extrazellulär den Bestand der Mineralstoffe absenken. Er kann diesen Bereich nicht mehr ausreichend aussteuern. Diese Mineralstoffe werden entweder ausgeschieden, oder z. B. in Form von Steinen abgelagert. Wenn man in dieser Situation hochdosierte Mineralstoffe zuführt, um den Mangel auszugleichen und damit den extrazellulären Bereich noch zusätzlich auffüllt, kann der Organismus diese nicht festhalten, nicht integrieren. Es kommt zu ablehnenden Reaktionen wie Übelkeit, Koliken, Durchfall oder Verstopfung. Der Organismus scheidet dann die Stoffe wieder aus, oder es bilden sich Steine, wie z. B. in den Nieren beim extrazellulären Überschuss an Kalzium.
Mikro- und Makrobereich der Mineralstoffe
Wenn in allen unseren Überlegungen zwei Bereiche des Organismus, nämlich der Bereich innerhalb der Zelle (Mikrobereich) und der Bereich außerhalb der Zellen (Makrobereich), eine so bedeutende Rolle spielen, dann müssen wir uns zunächst einmal fragen, wie sie denn versorgt werden, diese beiden Bereiche. Betrachten wir zunächst den Extrazellulärraum den Bereich außerhalb der Zellen.
Versorgung des Organismus außerhalb der Zelle
Es kann schwerlich behauptet werden, dass es eine Versorgung im Organismus gibt, die ausschließlich im dem extrazellulären Bereich, also im Bereich zwischen den Zellen stattfindet (Makrobereich). Immer wieder wird es die unglaubliche Weisheit der Organismen schaffen, sich optimal zu versorgen, so weit es eben möglich ist. In jeder problematischen Versorgungssituation schafft es der Organismus, die von außen zugeführten Stoffe auch innerhalb der Zelle (Mikrobereich) in verwertbare umzubauen und für sich zu nützen. Es kann jedoch durch einseitige Versorgung zu Mangelsituationen kommen. Das ist natürlich in erster Linie ein Problem der Fütterung und zwar insbesondere dann, wenn Pferde in Stallungen gehalten werden müssen und nicht das Vergnügen einer freien Weide genießen können.
Fütterung
Eine kurze Übersicht zur Ernährung der Pferde, wie sie hier vorgesehen ist, kann nur eine Richtlinie sein, sie ersetzt nicht die spezielle Fachliteratur, wenn es um Fragen einer ausreichenden und ausgewogenen Versorgung mit Nährstoffen geht, vor allem was Mangelernährung und Ernährungsstörungen betrifft.
Wenn wir über die Fütterung der Pferde reden, dann reden wir vor allen Dingen über die Qualität! Dabei kommt es natürlich auf eine gute Verteilung der zugeführten Futtermengen an. Die wichtigsten Nährstoffe sind dabei Eiweiße, Kohlenhydrate, Fette, aber auch Mineralien, Spurenelemente und Vitamine.
In der alltäglichen Versorgung eines Pferdes ist nicht nur für hochwertiges Futter zu sorgen, sondern natürlich auch für genügend Wasser, trinkt doch ein ausgewachsenes Pferd mit ca. 600 kg Lebendgewicht zwischen 80 und 120 Liter Wasser pro Tag. Ein Pferd bildet bei durchschnittlicher Fütterung täglich bis zu 120 Liter Speichel und Verdauungssekrete, ein Volumen das nicht in Gänze dem Organismus wieder zugeführt wird, ein Teil davon wird ausgeschieden. Allein daraus kann die Notwendigkeit einer ausreichenden Flüssigkeitsversorgung abgeleitet werden, der insbesondere bei Pferden auch im Hinblick auf die Vermeidung von Verstopfungen bzw. Koliken eine besondere Bedeutung zukommt.
Die Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen, also jenen anorganischen Stoffen, die für den Aufbau und die Regulation des Organismus unabdingbar sind und die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen, obgleich sie keine Energieträger sind, betrachten wir von der Biochemie nach Dr. Schüßler aus als sehr bedeutungsvoll. Stehen doch den durch die grobstoffliche Versorgung zugeführten Mengen an Mineralstoffen (Quantität) immer feinverteilte Mineralstoffkombinationen (Qualität) gegenüber. Allein der Bedarf an Mineralstoffen für die Regulation des Wasserhaushaltes ist enorm, hier spielt das Kochsalz, und aus der Reihe der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler das Natrium chloratum Nr. 8, eine entscheidende Rolle. Ein weiterer sehr wichtiger Mineralstoff aus der Reihe der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler ist das Calcium fluoratum Nr. 1. Es ist dies der Mineralstoff, der grundlegend mit der Bildung und Regulierung des Hornstoffes (Keratin) zu tun hat und bei Pferden insbesondere auch für die Hufgesundheit wesentlich ist.
Die Beachtung einer ausreichenden, aber qualitätsvollen und verwertbaren Versorgung mit Mineralien ist also von elementarer Bedeutung. Dabei ist allerdings nicht nur eine Unterversorgung mit Mineralstoffen problematisch, auch auf ein Zuviel muss geachtet werden. Bei der Erörterung der einzelnen Mineralstoffe nach Dr. Schüßler werden wir auch Überlegungen zur so genannten Makroversorgung machen und dann werden wir sehen, dass ein Zuviel unter Umständen mit einer Unterversorgung im Mikrobereich zusammenhängt.
Pferdefütterung alles gar nicht so schwer!
Die zehn wichtigsten Grundsätze einer erfolgreichen und pferdegerechten Fütterung von Urs Schweizer (HYPONA-Beratungsdienst):
1. Kontinuierliche Futteraufnahme:
Das Pferd ist aufgrund seines Verdauungsapparates und seiner ursprünglichen Herkunft als Steppentier mit kargem Nahrungsangebot und einer Futtersuche über weite Strecken, bis zu 18 Stunden am Tag, darauf angewiesen, dass ihm möglichst häufig kleinere Futterportionen vorgesetzt werden. Es gilt der Grundsatz, dass mindestens drei Fütterungen pro Tag anzustreben sind. Die Pausen zwischen den einzelnen Fütterungen sollten maximal sechs bis sieben Stunden am Tag und 10 Stunden in der Nacht betragen.
2. Genügend Rohfaser:
Das Pferd hat einen kleinen Magen und große, lange Därme. Um einen reibungslosen Transport des Nährstoffbreis zu gewährleisten, ist eine lockere Durchlagerung des Futterbreis mit Rohfaserteilen wichtig. Einem Pferd müssen immer genügend Rohfasern (Heu, Stroh, Heulage usw.) zur Verfügung stehen. Als Faustregel gilt hier mindestens 0,5 kg Rohfaser pro 100 kg Körpergewicht des Pferdes pro Tag. Bei mangelnder Rohfaserfütterung kann es zu Verhaltensstörungen des Pferdes aufgrund mangelnder Beschäftigung und hierdurch entstehender Langeweile kommen.
3. Futtervolumen und Nährstoffangebot:
Wir unterscheiden zwischen Futtervolumen und Nährstoffangebot. Das Futtervolumen ist die Gesamtmenge des Futters, das ein Pferd braucht, um das Sättigungsgefühl zu erreichen. Es ist unabhängig von der Leistung, die das Pferd zu erbringen hat und muss dem Pferd in jedem Fall zugeführt werden. Wir gehen von 1,5 bis 2.0 kg Futter pro 100 kg Körpergewicht des Pferdes pro Tag aus. Wird diese Menge unterschritten, kann es beim Pferd durch das permanente Hungergefühl zu Verhaltensauffälligkeiten wie Nervosität, Koppen und Weben kommen. Das Nährstoffangebot richtet sich grundsätzlich nach der zu erbringenden Leistung des Pferdes.
4. Leistungsgerechte Fütterung:
Leider werden Pferde heute oftmals überfüttert, was genau so ungesund ist wie zu wenig Futter, resp. Nährstoffe. Der Nährstoffbedarf des Pferdes setzt sich zusammen aus dem Erhaltungsbedarf eines Pferdes (Grundumsatz an Nährstoffen ohne Leistungsbeanspruchung) und dem Leistungsbedarf des Pferdes (Nährstoffumsatz bei der täglichen Arbeit/Leistung). Eine gute Pferdefütterung ist also immer eine leistungsgerechte Fütterung und mehr ist nicht immer gleich besser! Die genauen Nährstoffansprüche Ihres Pferdes können Sie der einschlägigen Fachliteratur entnehmen oder fragen Sie Ihren Futtermittellieferanten.
5. Eiweißüberfütterung vermeiden:
Um eine Eiweiß-Überfütterung zu vermeiden, sollte man wissen, welche Futtermittel viel Eiweiß (Protein) enthalten: Sojaschrot, Leinsamen, junges Weidegras, Klee und Luzerne, Grassilage, Weizenkleie und Getreide. Steht Ihr Pferd auf einer Weide mit jungem eiweißreichem Gras, so muss zum Ausgleich eiweißarmes, rohfaserreiches Futter wie z. B. Stroh angeboten werden. Um Krankheiten wie der Hufrehe, die bei Pferdebesitzern sehr gefürchtet ist und durch zu viel eiweißreiches Futter ausgelöst wird, vorzubeugen, muss man die Pferde langsam an das eiweißreiche Frühjahrsgras gewöhnen. Deutliches Anzeichen einer Eiweißüberfütterung ist weicher, stark riechender Kot.
6. Futterhygiene:
Kontrollieren Sie vor jeder Fütterung die Qualität des angebotenen Futters und die Sauberkeit der Futtergefäße. Gefrorenes, stark verschmutztes oder gar schimmeliges Futter darf den Pferden auf keinen Fall angeboten werden; sonst sind Koliken zu befürchten.
7. Frisches Trinkwasser:
Im heutigen Zeitalter der Selbsttränken wird leider nur allzu oft vergessen, dass auch die Funktion und Sauberkeit der Tränkebecken täglich zu überprüfen sind. Die Pferde müssen permanent Zugang zu sauberem frischem Trinkwasser haben.
8. Futterlagerung:
Legen Sie keinen übermäßig großen Futtervorrat an. Extrem lange Lagerzeiten, insbesondere bei ungünstiger Lagermöglichkeit haben Qualitätseinbußen zur Folge. Der Lagerraum sollte kühl und trocken sowie gut geschützt vor Ungeziefer und Nagern sein. Futter niemals auf Beton lagern, da der Beton die Feuchtigkeit leitet, was eine Verschimmelung des Futters zur Folge haben könnte.
9. Entwurmung und Zahnpflege:
Regelmäßiges Entwurmen gemäß der Empfehlung Ihres Tierarztes, und ein- bis zweimal jährlich eine Zahnkontrolle bei den Pferden, ist unerlässlicher Bestandteil einer erfolgreichen Fütterung.
10. Überwachung der Futteraufnahme:
Nach erfolgter Futtergabe, sollten die Pferde immer wieder durch die Aufsichtspersonen beim Fressen beobachtet werden, denn Fehlverhalten bei der Futteraufnahme kann Hinweise auf mögliche Erkrankungen oder Probleme im Zusammenhang mit der Fütterung geben. Es ist auf eine kontinuierliche Futteraufnahme zu achten, pro Tag sind mindestens drei Fütterungen anzustreben.
Mineralstoffpräparate grobstofflich
Es kann versucht werden, das Manko, das im Sinne einer mineralstoffarmen nährstoffarme Versorgung mit sich bringt, durch Mineralstoffpräparate auszugleichen. Besser ist es, die Mineralstoffe über eine vollwertige pflanzliche Ernährung zuzuführen. Es besteht die Gefahr, dass durch die zu hohe Dosierung der Mineralstoffpräparate, das relative Gleichgewicht der Mineralstoffe innerhalb und außerhalb der Zellen gestört wird, was zu Problemen führen kann.
Auch weiß man inzwischen, dass eine einseitige Zufuhr von bestimmten Mineralstoffen zu Verschiebungen bei anderen Mineralstoffen bzw. Spurenelementen führen kann. So beeinflusst z. B. eine hohe Kalziumgabe die Zinkbalance, was nicht ohne Einfluss auf das weitere gesundheitliche Geschehen ist. Dasselbe gilt für die Verabreichung von Eisenpräparaten.
Häufig wird versucht, den Natriumchlorid-Verlust der Pferde durch Salzlecksteine auszugleichen. Bei einem stark belasteten Tier wird das nicht ausreichen, in diesem Fall sollten zum Ausgleich der übrigen Mineralverluste weitere Mineralien wie z. B. Kalium und Magnesium oder Elektrolyte über das Trinkwasser verabreicht werden, auch ein Mineralleckstein reicht hier nicht aus. Das Trinkwasser kann in einem Eimer gegeben werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass keine anderen Pferde mittrinken oder der Eimer umgestoßen wird. Nur so kann sicher gestellt werden, dass das Pferd auch die gewünschte Menge an Mineralien erhält. In diesem Zusammenhang sei auf das Buch Dr. Karps gesunde Pferdefütterung von Dr. Peter Karp verwiesen, welches im Literaturverzeichnis zitiert ist.
Versorgung des Organismus innerhalb der Zelle
Wenn man sich länger mit Mineralstoffen nach Dr. Schüßler beschäftigt, taucht irgendwann die Frage auf: Muss jedes Pferd Mineralstoffe nach Dr. Schüßler bekommen? Die Antwort heißt natürlich: Nein! Der tierische Organismus ist ganz selbstverständlich in der Lage, sich aus einem qualitätsvollen Nahrungsangebot intra- und extrazellulär zu versorgen. Allerdings kann es bei einseitiger Belastung, problematischer Umgebung (z. B. Strahlenbelastung), falscher Herdenzusammenstellung, bei Rivalitäten unter Pferden oder einer problematischen Fütterung zu Mängeln kommen, die sich in Betriebsstörungen äußern.
In der Biochemie nach Dr. Schüßler wird ausdrücklich von Betriebsstörungen und nicht von Krankheiten gesprochen, weil zwischen beiden ein wesentlicher Unterschied liegt. Herpes oder Tollwut sind zwei durch Viren hervorgerufene Krankheiten, während Entzündungen oder erhöhte Temperatur auf eine Schwächung des Immunfeldes und des gesamten Milieus verweisen, die durch einen Verlust an Mikromineralien bedingt sind.
Die Frage, die sich bei weiterer Beschäftigung mit den Mineralstoffen stellt, ist die nach der Steuerung des Mineralstoffhaushaltes. Jede einzelne Zelle bzw. die Zellverbände eines Organs oder Gewebes haben ihren eignen Mineralstoffbedarf, den sie aus der sie umfließenden Bindegewebsflüssigkeit decken. Die Zelle handelt hier nach den eigenen Anforderungen, entsprechend der Aufgaben, die sie im Organismus zu erfüllen hat. Es ist dies eine ganz selbstverständliche Leistung, die in allen lebenden Organismen stattfindet.
Um den Mineralstoffhaushalt zu verstehen, müssen wir den Bereich innerhalb und außerhalb der Zellen gegenüberstellen. Das Leben baut nämlich in zweifacher Hinsicht auf die Mineralstoffe auf. Schon Dr. Schüßler trifft diese Unterscheidung, indem er in seiner ersten Veröffentlichung über die von ihm gefundenen und speziell zubereiteten Mineralstoffe schreibt: Die oben genannten Stoffe sind die Baumaterialien und die Functionsmittel der Gewebe, Baumaterial sind sie durch ihre Masse, Functionsmittel durch ihre Qualität. Wendet man sie zu Heilzwecken als Functionsmittel an, so müssen sie in kleinen Gaben gereicht werden.
Für Schüßler war der Mangel an Funktionsmitteln vorrangig, weil zu seiner Zeit der Mangel an Baustoffen noch nicht so stark gegeben war, eine unnatürliche Veränderung der Lebensmittel hatte noch nicht stattgefunden. Heutzutage müssen wir an beide Ebenen denken: an die Baustoffe ebenso wie an die Funktionsstoffe bzw. Betriebsstoffe.
Entstehung und Auswirkung von Mängeln
Bekommt die Zelle durch die umgebende Zwischenzellflüssigkeit nicht genügend Nährstoffe angeboten, leidet sie unter einem Mangel. Ein Mangel entsteht aber auch dann, wenn die Zelle durch einen starken Reiz um diesen kompensieren zu können besonders viel von einem bestimmten Mineralstoff verbraucht. Zum Beispiel verbraucht der Organismus des Pferdes sehr viele Entlastungsstoffe und Ausscheidungsstoffe, wenn das Pferd einer intensiven Staubentwicklung durch Stroh o. ä. ausgesetzt ist. Mit der Zeit sind deren Speicher erschöpft und es kommt z. B. zum Jucken des Fells, auch allergische Reaktionen können die Folge sein. Eine Austestung via Bioresonanzanalyse ist immer die einfachste Art Mängel aufzudecken. Auch kann hier genau getestet werden, wie oft und wie lange das oder die jeweiligen Salze eingenommen werden müssen.
Wenn z. B. durch eine dauernde Übersäuerung durch falsche Ernährung der Mineralstoff Natrium phosphoricum Nr. 9, der den Säurehaushalt reguliert, erschöpft ist, wird das Immunfeld schwer belastet, da sich die Säure an die weißen Blutkörperchen heftet und diese dadurch ihre Vitalität verlieren. Eine kleine Verletzung kann unter diesen Bedingungen zu einem riesigen Entzündungsherd werden, der schwer behandelbar ist.
Durch eine gewisse Übernervosität wird im Organismus der Speicher für das Ferrum phosphoricum Nr. 3 erschöpft, auch dadurch wird das Immunfeld geschwächt und das Pferd fängt sozusagen alles auf, bei jeder noch so kleinen Belastung sind die Folgen unverhältnismäßig stark ausgeprägt. Es reicht ein kühlerer Lufthauch und schon beginnt das Pferd zu husten, der sich dann bis zu einer Bronchitis steigern kann.
Wenn ein Pferd z. B. durch Erschöpfung regelrecht apathisch wird und sein ganzes Temperament verliert, ist es jedoch nicht ausreichend, einfach Kalium phosphoricum Nr. 5 nach Dr. Schüßler zu geben. Hier muss unbedingt ein zusätzliches Lecithinpräparat verabreicht werden, das die Nervenkraft des Tieres wieder aufbaut.
BBei brüchigen Zähnen oder schwachen Knochen, was sich z. B. durch immer wieder auftretende Lahmheiten, ohne Befund auf dem Röntgenbild, Knochenbrüche in Situationen die normalerweise höchstens einen blauen Fleck verursachen, Rückenschwäche, mangelnde Ausdauer beim Ausritt etc. äußert, ist es nicht ausreichend, jene Mineralstoffe nach Dr. Schüßler zu verabreichen, die mit einem guten Knochenaufbau in Zusammenhang stehen. In diesem Fall sollte ergänzend ein hervorragendes Kalziumpräparat gegeben werden. Es sind also beide Bereiche der Mikro- und der Makrobereich notwendig
Das Zusammenspiel der beiden Bereiche, die Notwendigkeit der Wiederherstellung eines konstanten Konzentrationsverhältnisses bezüglich des Mineralstoffgehaltes innerhalb und außerhalb der Zellen wurde bis jetzt von keiner anderen Heilweise berücksichtigt!
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