|
1.1 Mineralstoffe und Spurenelemente
Mineralstoffe und Spurenelemente sind essenziell, dienen wie Vitamine als Coenzyme bei biochemischen Prozessen und werden ebenfalls auf Vorrat gespeichert. Ähnlich einer dauerhaft unzureichenden Vitaminzufuhr, leeren auch ungenügend mineralstoff- und spurenelementhaltige Nahrungsmittel schnell die Vorratspeicher.
| Eine Verminderung, beispielsweise des Magnesiumspeichers, um 20 % reduziert die Aktivität magnesiumabhängiger Enzyme um mehr als die Hälfte! |
1.1.1 Funktionen im Körper
Wie auch die Vitamine befinden sich Mineralstoffe und Spurenelemente in einem ständigen Fließgleichgewicht zwischen dem Inneren und Äußeren der Zellen, dem Blut, der Lymphe und dem Speichel. Mineralstoffe und Spurenelemente zählen jedoch nicht zu den organischen, sondern zu den anorganischen, den unbelebten Elementen der Natur. Sie finden sich in hochwertigen Lebensmitteln aber auch häufig an organische Molekülkomplexe gebunden. Liegen Mineralstoffe in wässriger Lösung vor, werden sie als Elektrolyte bezeichnet.
Zu den Elektrolyten gehören:
Natrium,
Kalium,
Kalzium,
Magnesium,
Chlorid,
Phosphor.
Über die Klassifizierung Mineralstoff oder Spurenelement entscheidet nicht der chemische Charakter, sondern die täglich notwendige Zufuhrmenge.
| All jene Elemente, deren täglich notwendige Zufuhrmenge mehr als 100 mg beträgt, werden als Mineralstoffe bezeichnet. Spurenelemente sind die Mineralstoffe, deren Tagesbedarf unter 100 mg liegt. |
Obwohl es in der Natur Dutzende von mineralischen Spurenstoffen gibt, gelten nach heutigem Erkenntnisstand für den Menschen nur folgende als lebensnotwendig.
Lebensnotwendige Spurenstoffe sind:
Eisen,
Zink,
Mangan,
Kupfer,
Chrom,
Molybdän,
Iod,
Fluor,
Selen,
Kobalt.
1.1.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit
Als gelöste Elektrolyte kommt den Mineralstoffen eine wichtige Funktion bei der Aufrechterhaltung des Zelldrucks (Zellturgor) zu. Sie binden Wasser und üben auf diese Weise auf ihre Umgebung Druck aus. Auf die spezifischen Funktionen der einzelnen Mineralstoffe und Spurenelemente wird in Kapitel 3.6.3 näher eingegangen (siehe Seite _).
Pflanzen können im Gegensatz zu Tieren und Menschen organische Vitalstoffe, wie beispielsweise Vitamine, mithilfe der Sonnenenergie (Assimilation, Photosynthese) selbst aufbauen. Mineralstoffe und Spurenelemente nehmen sie dagegen aus dem Boden über ihre Wurzeln auf. So gelangen die gelösten Mineralien in die einzelnen Pflanzenzellen, wo sie die pflanzlichen Zellenzyme als Werkzeuge ebenso unterstützen wie die Humanenzyme im menschlichen Organismus.
Mineralstoffe und Spurenelemente sind somit vor allem in Lebensmitteln, die einen direkten Bodenbezug haben, höher konzentriert enthalten. Freilandgemüse und -salate, Gewürze, Obst und Vollkorngetreide, aber auch Wasser kann, je nach Herkunft, reich an gelösten Mineralstoffen und Spurenelementen sein. Treibhausgemüse und -obst enthält dagegen geringere Anteile an Mineralien. Da sich Mineralstoffe und Spurenelemente zu 8090 % in der Schale, auch Kleie genannt, von Getreide und Reis anreichern, wirkt sich der Konsum raffinierter Getreideprodukte besonders fatal auf unsere tägliche Mineralstoffversorgung aus. Einen überblick über den Tagesbedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen sowie Mangelzeichen gibt Tab.2.5.
| Im Zusammenhang mit der Biochemie nach Dr. Schüßler sollte angemerkt werden, dass Mineralstoffe und Spurenelemente trotz Namensähnlichkeit mit Schüßler-Salzen aus Ernährungsmedizinischer Sicht anders zu betrachten sind. Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebensnotwendige, elementare und substanzielle Bestandteile des pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismus. Sie sind im Ernährungsmedizinischen Sinne durch ihre Funktionen im physiologischen Stoffwechsel klar definiert und durch ihren Gesamtbestand und ihre täglich notwendige Zufuhrmenge für menschlichen Organismus quantifizierbar. |
| Bezeichnung |
chemische Bezeichnung |
Ernährungsphysiologischer Tagesbedarf zur Gesunderhaltung* |
Symptome latenter Mangelerscheinungen |
| Mineralstoffe |
| Kalzium |
Ca |
800 mg |
Muskelkrämpfe, erhöhte Allergiebereitschaft, verminderte Blutgerinnung, muskuläre übererregbarkeit, eingeschränkte Knorpel- und Knochenmineralisation, Zahnentwicklungsstörungen, Schmerzen im Bewegungsapparat |
| Kalium |
K |
2 000 mg ** |
Müdigkeit, Leistungsschwäche, Muskelschwäche, niedriger Blutdruck, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Darmträgheit, Glukoseintoleranz |
| Magnesium |
Mg |
300 mg |
Leistungsabfall, muskuläre Schwäche, erhöhte Stress-Sensibilität, Herzrhythmusstörungen, Glukoseintoleranz |
| Natrium |
Na |
550 mg ** |
Apathie, Durst, Verwirrtheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Kollapsneigung, Muskelschwäche, Krampfneigung, Muskelschmerzen |
| Spurenelemente |
| Chrom |
Cr |
30-100 mcg ** |
Erhöhter oder erniedrigter Blutzuckerspiegel, erhöhte Blutfettwerte, erhöhte Cholesterinwerte
Eisen Fe 14 mg Müdigkeit, Blässe, Risse in den Fingernägeln, Mundwinkelrhagaden, Körperliche Leistungsschwäche |
| Iod |
I |
150 mcg |
Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gewichtzunahme, Kropf, Immunschwäche |
| Kupfer |
Cu |
1,0-1,5 mg ** |
Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Schleimhautentzündungen, Bindegewebsschwäche, Neigung zu Epilepsie, Glukoseintoleranz, Pigmentierungsstörungen der Haut, erhöhte UV-Sensibilität, erhöhte Entzündungsbereitschaft |
| Mangan |
Mn |
2,0-5,0 mg |
Glukoseintoleranz, Körperliche Leistungsschwäche, Konzentrationsstörungen, depressive Stimmungslage, erhöhte Neigung zu Epilepsie, manisch/depressive Stimmung, Fertilitätsstörungen, Wachstumsverzögerungen, Pigmentstörungen, erhöhte UV-Sensibilität, Knorpel- und Knochenbildungsstörungen, Immunschwäche |
| Molybd_n |
Mo |
50-100 mcg ** |
Müdigkeit, Blässe, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Leberfunktionsstörungen, Zahnschmelzempfindlichkeit, verminderte Knochendichte |
| Selen |
Se |
30-70 mcg |
Immunschwäche, Schilddrüsenunterfunktion, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Herzinsuffizienz, Leberfunktionsstörungen, Gelenkentzündungen, Nervenentzündungen |
| Zink |
Zn |
15 mg |
Hormonelle Dysbalancen, Libido- und Potenzstörungen, eingeschränkte Fertilität, Haarausfall, Wundheilungsstörungen, Glukoseintoleranz, gestörte Hell-Dunkel-Adaption, Leberinsuffizienz, Immunschwäche, eingeschränkter Geruchssinn |
*EU-RDA (EU-Gesundheitsbehörde): von den europäischen Ernährungsbehörden empfohlene tägliche Bedarfsmenge (Recommended Daily Allowances) für einen gesunden Erwachsenen, um sichtbare Mangelerkrankungen zu verhindern.
**D-A-C-H Deutsch-, Österreichisch- und Schweizerische Gesellschaften für Ernährung: Referenzwerte als Schätzwerte einer angemessenen Tageszufuhr für einen gesunden Erwachsenen. |
1.2 Sekundäre Pflanzenstoffe
Der Begriff sekundäre Pflanzenstoffe stammt aus der Botanik und bedeutet, dass die Pflanze BiomolekÖle synthesiert, die sie für ihren Primärstoffwechsel, also den Aufbau von Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten, nicht benötigt. Mittlerweile gibt es mehr als 100 000 wissenschaftliche Untersuchungen und Publikationen zu dieser unterschätzten Gruppe pflanzlicher Vitalstoffe. Begriffe wie bioaktive Pflanzenstoffe, Nutraceuticals oder Phyto-Vitalstoffe dokumentieren diesen Gesinnungswandel der Experten.
1.2.1 Funktionen im Körper
Die pflanzlichen Vitalstoffe lassen sich weder ihrer chemischen Struktur noch ihrer biologischen Wirkungsprofile und schon gar nicht ihrer Zahl nach klassifizieren. Tausende Bioflavonoide und hunderte Carotinoide wurden mittlerweile chemisch identifiziert, und ihre Zahl wächst täglich. So vielfältig wie die chemischen Strukturen pflanzlicher Vitalstoffe, so vielfältig sind deren gesundheitsfürdernde Wirkungen.
1.2.2 Bedeutung für Ernährung und Gesundheit
Carotinoide, in Karotten, Tomaten, Spinat und Algen enthalten, sind vor allem als Antioxidanzien, Immunmodulatoren, Antikanzerogene und als biologische UV-Protektoren bekannt.
Phytoöstrogene, die in Soja, Leinsamen und Hopfen vorkommen, versorgen den Organismus mit pflanzlichen, mild wirksamen Östrogenen und lindern auf diese Weise beispielsweise klimakterische Beschwerden.
Phytosterine in Kürbiskernen sind pflanzliche Cholesterine. Sie wirken in unserem Organismus als Cholesterinsenker, indem sie Gallensäuren aus dem Verdauungstrakt binden.
Saponine der Hülsenfrüchte und Luzerne wirken gegen Bakterien und Viren und hemmen die Entzündungsbereitschaft.
Bioflavonoide kommen in Obst, Gemüse und Heilpflanzen vor. Sie verfügen neben krebsvorbeugenden, entz_ndungshemmenden und antioxidativen Wirkungen auch über herz- und blutgefäßstärkende Effekte.
Protease-Inhibitoren in Hülsenfrüchten, Getreide, Nüssen und Kartoffeln zeigen ebenfalls antikanzerogene Effekte.
Schwefelhaltige Vitalstoffe im Knoblauch, der Zwiebel und im Kohl wirken auch gegen Bakterien, unterstützen die Nieren, senken die Thromboseneigung und schützen somit vor Gehirnschlag und Herzinfarkt, stärken Entgiftungsenzyme und wirken bei bestimmten Krebsarten ebenfalls vorbeugend.
Phenolsäure in Beeren, Nüssen und Trauben und Monoterpene aus Zitrusfrüchten und Kümmel zeigen tumorvorbeugende Eigenschaften.
Bitterstoffe aus der Grapefruit und ätherische Öle aus Gewürzen fürdern die Sekretion unterschiedlicher Drüsen und sorgen auf diese Weise für einen dynamischen Fluss und einen regen Austausch der Körpersäfte.
| Sekundäre Pflanzenstoffe sind Molekülkomplexe mit umfassenden Wirkspektren. Wir sollten unseren Organismus daher sinnvollerweise mit hochwertigen, naturbelassenen Lebensmitteln versorgen, in denen diese Vitalstoffe enthalten sind. Frisches, heimisches Obst, Gemüse und Salate aus der Freilandkultur, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, unbehandelte Kartoffeln, Gewürze und Heilkräuter zählen dabei zu den wichtigsten Quellen. Weitere, besonders empfehlenswerte Lebensmittel sind in Tab. 2.6 aufgeführt. |
|
Lebensmittel
|
sehr empfehlenswert
|
nicht empfehlenswert
|
|
Getreide und Kartoffeln
|
Vollkornprodukte, Brot und Gebäck aus verschiedenen Getreidesorten (nicht zu verwechseln mit dunklen Brotsorten aus raffiniertem Roggenmehl und mit so genannten Vollkornprodukten, die lediglich Zusätze von Leinsamen o.ä. enthalten), Frischkornmüsli aus unerhitztem Vollkorn (mit frischem Obst und frischen Milchprodukten angerührt), Vollkornnudeln, Vollkornflocken, Vollkorn-Feinbackwaren, ungeschälter Reis.
Gekochte Kartoffeln (möglichst Pellkartoffeln mit Schale).
|
Weißbrot, Mischbrot, Toastbrot, geschälter Reis sowie andere Produkte aus Auszugsmehlen (Nudeln, Feingebäck, Cornflakes usw.).
|
|
Gemüse und Hülsenfrüchte
|
Rote Rüben, Karotten, Brokkoli, Blumenkohl, Erbsen, Weißkohl, Spinat, grüne Bohnen, Linsen, Fisolen, grüner Paprika, Wurzelgemüse aller Art. Es ist empfehlenswert, täglich mindestens einen viertel Liter frisch gemixten Gemüsesaft zu trinken (keine Nährstoffverluste!)
Durch Dünsten und Druckdämpfen sind geringere Vitaminverluste zu erwarten als durch Kochen (siehe Seite
). Zudem gehen durch das Kochwasser wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente verloren.
|
Gemüsekonserven, Tiefkühlgerichte.
|
|
Obst
|
Alle heimischen Obstsorten (Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Aprikosen, Erdbeeren, schwarze Johannisbeeren etc.) und beispielsweise Orangen, Grapefruit, Zitronen, Bananen etc. sowie Trockenfrüchte aller Art. Besonders empfehlenswert wäre, täglich mindestens einen viertel Liter frisch gepressten Obstsaftes aus einigen der genannten Sorten zu trinken.
|
Fertigobstsäfte, auch vitaminisiert, sind kein Ersatz für frisches Obst!
|
|
Getränke
|
Reines Quellwasser, Gemüse-, Pflanzen- und Fruchtsäfte, Mineralwässer mit Hydrogencarbonat, Kräutertees.
|
Cola-Getränke, Limonaden, Alkohol. Kaffee und schwarzer Tee sollten, wenn überhaupt, mäßig genossen werden.
|
|
Milch und Milchprodukte
|
Mäßig aber regelmäßig Milch und Milchprodukte, bevorzugt Joghurt, Acidophilusmilch, Kefir, Käse, Buttermilch, Sauermilch.
|
H-Milch, Käseimitate und Schmelzkäse, Produkte mit Milchpulver (Instantprodukte).
|
|
Fleisch, Fisch, Eier
|
2 x wöchentlich Fleisch, 1 x wöchentlich Fisch, ein Ei (Freilandhaltung) täglich.
|
Wurst- und Fleischkonserven sowie Innereien.
|
|
Nüsse, Fette und Öle
|
Butter, kalt gepresste Speiseöle zur Salatzubereitung, Nüsse, Fischöl (Omega-3-Fettsäuren), Nachtkerzenöl, Sesamöl, Ölsamen wie beispielsweise Sonnenblumenkerne und Sesam, Avocados.
Raffinierte Öle sollten nur zum Braten und Backen verwendet werden. Butterschmalz eignet sich ebenso zum Braten und Backen.
|
Margarine, Kokosfett und Palmkernfett.
|
|
Gewürze
|
Meersalz, frische Gewürze aller Art, Pfeffer.
|
Übermäßiges Würzen, künstliche Aromastoffe, Geschmacksverstärker.
|
|
Süßungsmittel
|
Frisches, süßes Obst, Honig, Ahornsirup und Trockenobst in Maßen.
|
Isolierte Zucker (Haushaltszucker, Trauben- und Fruchtzucker, brauner Zucker), Süßstoffe.
|
| Vitamin |
Gehalt
|
Lebensmittel |
|
Vitamin B1
|
1-2 mg:
|
Weizenkeime, Sonnenblumensamen, Sonnenblumenkernmehl, Bäckerhefe gepresst, Paranüsse, Roggenkeime.
|
|
0,3-1 mg:
|
Erdnüsse, Schweinefleisch, Pekannüsse, Amaranth, Sojamehl vollfett, Erbsen, Pistazien, Haferflocken, Buchweizenvollmehl, Innereien, Weizenvollmehl, Linsen, Mais, Gerstenvollmehl, Dinkelvollmehl, Vollreis, Haselnüsse.
|
|
Vitamin B2
|
1-4 mg:
|
Getrocknete Bierhefe, Leber, Molkenpulver, Niere, Magermilchpulver, Trockeneiweiß.
|
|
0,3-1 mg:
|
Schwarzer Tee, Leberwurst, Weizenkeime, Bündnerfleisch, Käse, Sojabohnen, Marzipan, Champignons, Kakaopulver, Steinpilze, geräucherter Aal, getrocknete Karotten, Quark.
|
|
Nicotinamid
|
10-40 mg
|
Getrocknete Bierhefe, Sonnenblumenkernmehl, Sardelle, Tierleber, Thunfisch, Makrele, Truthahn.
|
|
4-10 mg:
|
Sardine, Huhn, Nieren, Lachs, Makrele, Kalbfleisch, Pfifferlinge, Hammelfleisch, Champignons, Vollreis, Weizenvollkornmehl, Steinpilz, Truthahn, Vollkorn-Gerstenmehl, Weizenkeime, tierische Innereien, Scholle.
|
|
Pantothensäure
|
3-11 mg:
|
Molkenpulver, Ostseeheringe, Hühnereigelb, Leber, Niere, Trockenhefe, Milchpulver.
|
|
1-3 mg:
|
Erbsen, Sojabohnen, Käse, Forelle, Wassermelone, Vollreis, Linsen, Buchweizenvollmehl, Brokkoli, Cashewnüsse, Leberpastete, Weizenvollmehl, Haselnüsse, Truthahn, Kakaopulver, Haferflocken, Weizenkeime, Rinder- und Kalbslunge.
|
|
Vitamin B6
|
1-4 mg:
|
Getrocknete Bierhefe, Hummer, Sojabohnen.
|
|
0,3-1 mg:
|
Lachs, Vollkornhafermehl, Sardine, Walnüsse, Leber, Molkenpulver, Linsen, Gerstenvollmehl, Huhn, Avocados, Hirse, Sojamehl vollfett, Makrele, Weizenkeime, Weizenvollmehl, Thunfisch, Erdnüsse, Hering, Heilbutt, Kalbfleisch, Rosenkohl, Haselnüsse, Kartoffeln, Edelkastanien.
|
|
Folsäure
|
1-3 mg:
|
Getrocknete Bierhefe.
|
|
100-700 mcg:
|
Bohnen, Weizenkeime, Leber, Kichererbsen, Sojamehl vollfett, Grünkohl, Hühnerei, Rosenkohl, Erdnüsse, Linsen, Sojasprossen, Erbsen, Rapunzelsalat, Spinat, Roggenvollkornmehl, Blumenkohl, Brokkoli, Spargel, Lauch.
|
|
Biotin
|
100-130 mcg:
|
Leber, getrocknete Bierhefe, Trockeneigelb.
|
|
10-80 mcg:
|
Hühnerei, Niere, Sojabohnen, Molkenpulver, Erdnüsse, Kakaopulver, Haferflocken, Erbsen, Weizenkeime, Champignons, Hafervollkornmehl, Vollreis, Avocados, Austern.
|
|
Vitamin B12
|
25-150 mcg:
|
Steckmuscheln, Leber, Nieren.
|
|
2-18 mcg:
|
Scampi, Austern, Kalbs- und Rinderherz, Bückling, Hühnerei, Makrele, Hering, Miesmuschel, Hirn, Milz, Lachs, Thunfisch, Kalbszunge, Goldbarsch, Seelachs, Leberpastete, Hammelfleisch, Käse, Rindfleisch, Kalbfleisch, Hühnereigelb.
|
|
Vitamin C
|
1-2 g:
|
Acerolakirsche, Hagebuttenfrüchte.
|
|
100-500 mg:
|
Sanddornbeere, schwarze Johannisbeere, Petersilie, Paprikafrüchte, Brokkoli, Rosenkohl, Grünkohl.
|
|
50-100 mg:
|
Vogelbeere, Papaya, Blumenkohl, Kiwi, Erdbeere, Kohlrabi, Kalbsbries, Zitronen und deren Saft, Spinat, Rotkohl.
|
|
Vitamin A
|
8-40 mg:
|
Schweineleber, Kalbsleber, Rinderleber, Hühnerleber, Hammelleber, grobe Leberwurst.
|
|
0,2-1 mg:
|
Aal, Hühnereigelb, Butterschmalz, Hühnerei, Camembert, Butter, Kaviar, Margarine, Thunfisch, Limburger-, Münster-, und Roquefortkäse, Parmesan, Rinderniere, Hammelniere, Schlagrahm, Emmentaler, Gouda, Edamer, Vollmilchpulver, Kalbsniere.
|
|
Beta-Carotin
|
4-9 mg:
|
Süßkartoffeln, Karotten, Petersilie, Grünkohl, Tomatenketchup, Hagebutten, Fenchel, Spinat, Zuckermelonen.
|
|
1-4 mg:
|
Feldsalat, Mangold, Sojaöl, Chicoree, Karottensaft, Vogelbeere, Endivien, Kaki, Aprikose, Sanddorn, Bohnen, Kopfsalat, Pfifferlinge, Mango, Lauch.
|
|
0,5-1 mg:
|
Mais, Brokkoli, Margarine, Dosentomaten, Kürbis, Tomatensaft, Spargel, getrocknete Pfirsiche.
|
|
Vitamin D
|
10-90 mcg:
|
Räucheraal, Sprotten, Bückling, Lachs, Heilbutt, Hering, Sardine.
|
|
1-10 mcg:
|
Austern, echter Kaviar, Hühnereigelb, Heilbutt, Thunfisch, Makrele, fetter Schmelzkäse, Steinpilze, Morcheln, Pfifferlinge, Champignons, Rinderleber, Hühnerleber, Gouda, Butter, Emmentaler, Schlagsahne.
|
|
Vitamin E
|
10-170 mg:
|
Weizenkeimöl, Sonneblumenöl, Distelöl, Baumwollsamenöl, Maiskeimöl, Traubenkernöl, Haselnüsse, Weizenkeime, süße Mandeln Sojaöl, Rapsöl, Olivenöl, Erdnüsse, Erdnussöl.
|
|
2-10 mg:
|
Palmöl, Paranüsse, Walnüsse, Leinöl, Hühnereigelb, Pistazien, Butterschmalz Sesamöl, Walnussöl, Sanddornbeeren, Pekannüsse, Weizenkleie, Wirsing, Tintenfisch, Lachs, Vollkornweizenmehl, Spargel, Butter.
|
|
Vitamin K
|
100-800 mcg :
|
Grünkohl, Hühnerherz, Petersilie, Portulak, Spinat, Traubenkernöl, Rosenkohl, Brokkoli, Kichererbsen, Fenchel, Sojamehl vollfett, Blumenkohl, Weizenkeime, Kopfsalat, Mungobohnen, Linsen.
|
|
20-100 mcg :
|
Hagebutte, Kalbsleber, Weizenkleie, Weißkraut, Rinderleber, Haferflocken, Sauerkraut, Maiskeimöl, Butter, Pistazien, Schweineleber, Vollkornhafer, Topfen, Oliven, Hühnerei, Mais, Spargel, Erbsen, Weizenvollmehl, Kiwi, Cashewnüsse, Honig, Rotkohl, Weizenkeimöl.
|
2 Orthomolekulare Medizin und Therapie
Gesunde Ernährung bedeutet eine regelmäßige, ausreichende und lückenlose Zufuhr all jener Nahrungsbestandteile, die unser Organismus nach heutigem Wissensstand benötigt, um optimal funktionieren zu können. Die kontinuierliche Zunahme Ernährungsbedingter Erkrankungen aber zeigt, dass die Realität weit vom Ideal entfernt ist. Wenn uns eine falsche Ernährung also krank macht, so muss uns als logischer Umkehrschluss die richtige Ernährung wieder gesund machen oder wenigstens gesund erhalten können. Tatsächlich ist es so, dass eine abwechslungsreiche, vollwertige Ernährung für einen gesunden Körper Voraussetzung ist, damit er seine Funktionen optimal erfüllen kann.
Sind die Speicher einzelner oder mehrerer MikroNährstoffe bereits entleert, so reicht eine vollwertige Ernährung alleine nicht mehr aus. Wenn die Symptome Ernährungsbedingter Erkrankungen erst einmal erkennbar sind wird es notwenidg, gesunde Ernährung durch die Einnahme von Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen zu ergänzen (Nahrungsergänzungsmittel).
Orthomolekulare Mineralstoffe und Spurenelemente verfolgen den Zweck, Substanzdefizite auszugleichen. Dabei ist es sinnvoll, verschiedene Nährtsoffe die einander ergänzen, zu kombinieren, um den bestm_glichen Behandlungseffekt zu erzielen.
2.1 Geschichte und Definition
Der Begriff Orthomolekulare Medizin (Ortho = richtig, gut) wurde 1968 von dem 2-fachen amerikanischen Nobelpreisträger Professor Linus Pauling geprägt. für Pauling hat die Orthomolekulare Medizin folgende Bedeutung:
Orthomolekulare Medizin (Therapie) ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.
Das Bewusstsein dafür, dass der Mensch aus Nährstoffen besteht, ein entgleister Stoffwechsel durch eine gezielte Nährstoffzufuhr wieder ins Lot zu bringen ist und Symptome und Krankheitsbilder so gelindert bzw. beseitigt werden können, kam in den Nachkriegsjahren auch den Vertretern der Heilberufe immer mehr abhanden. Es bedurfte also der Aufforderung durch Professor Linus Pauling, damit sie ihr Auge bei der Diagnosestellung und der Behandlungsplanung nach und nach wieder auf mögliche Nährstoffdefizite richteten und ihre Patienten dahingehend untersuchten.
2.2 Wirkstoffe der Orthomolekularen Medizin
Die Ernährungswissenschaft betrachtet viele BiomolekÖle als Nährstoffe, während die Orthomolekulare Medizin dieselben Verbindungen als Wirkstoffe bezeichnet. Wirkstoffe sind sie deshalb, weil sie bei gezieltem und meist höher dosiertem Einsatz in der Lage sind, krankheitsverursachende Mängel auszugleichen und somit therapeutisch auf den Organismus einzuwirken.
Zu den Wirkstoffen der Orthomolekularen Medizin gehören:
Aminosäuren,
Fettsäuren,
Vitamine,
Mineralstoffe,
Spurenelemente,
sekundäre Pflanzenstoffe.
2.3 Grundregeln der Orthomolekularen Medizin
Orthomolekulare Medizin ergänzt andere Therapiemethoden
Die Orthomolekulare Medizin gleicht Nährstoffdefizite aus und ist somit auch Basistherapie für andere Behandlungsmethoden. Nach Beseitigung der Mangelzustände kann der Körper auf therapeutische Maßnahmen aller Art elastisch reagieren.
Wer Nährstoffe einnimmt, um Mängel auszugleichen, braucht Geduld
Ein Nährstoffmangel baut sich im Körper oft über Monate und Jahre, manchmal sogar über eine Generation hinweg, auf. Daher kann eine kurzfristige Einnahme von Nährstoffen, beispielsweise über wenige Tage, nur selten zu einem nennenswerten und spürbaren Erfolg führen. Je nach Art und Schwere des Mangels können manche Substitutionen zwar schon nach ein paar Tagen erste Wirkungen zeigen, in der Regel tritt eine Veränderung jedoch erst nach etwa 46 Wochen ein. Präparate zur Regeneration des Nervensystems müssen sogar kontinuierlich über 612 Monate eingenommen werden, da die Stoffwechselvorgänge des Nervensystems äußerst langsam ablaufen.
Nährstoffkomplexe sind meist effizienter als Einzelsubstanzen
Der Stoffwechsel ist ein vernetztes Ineinandergreifen unterschiedlicher biochemischer Reaktionen, wobei jeder einzelne Reaktionsschritt ein spezifisches Enzym benötigt. Jedes Enzym wiederum ist auf sein Vitamin, Spurenelement oder Mineral als Werkzeug (Coenzym) angewiesen, damit es für den Stoffwechselprozess zur Verfügung stehen kann. Den Körper mit einem breiten Sortiment an Coenzymen zu versorgen, ist somit sinnvoller als die isolierte Zufuhr einzelner Nährstoffe.
Viel hilft nicht viel
Lange wurde die Funktion von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen missverstanden. So war die Annahme weit verbreitet, mit der Zufuhr einzelner, dafür aber hoch dosierter MikroNährstoffe, könnten pharmakologische Effekte erzielt werden. Doch ein Nährstoff wird nicht automatisch zum Arzneimittel, nur weil man ihn hoch dosiert. Im Gegenteil: Die Zufuhr isolierter MikroNährstoffe in hoher Dosierung kann sogar gegenteilige Effekte hervorrufen, wie Studien mit Beta-Carotin oder Vitamin E belegen.
2.4 Diagnose eines MikroNährstoffmangels
Nährstoffdefizite lassen sich auf verschiedene Arten erkennen. Ein gründliches anamnestisches Gespräch, das auch die Ernährungs-, Trink- und Lebensgewohnheiten miteinschließt, gibt in der Regel bereits deutliche Hinweise auf Defizite oder Ungleichgewichte. Zeigt sich beispielsweise, dass viele Weißmehlprodukte und zuckerreiche Ernährung auf dem täglichen Speiseplan stehen, lässt das an einen Chrom-, Mangan-, Zink- oder Vitamin-B-Komplex-Mangel denken. Ernährt sich ein Patient dagegen sehr proteinreich, könnte dem Körper Vitamin B 6 fehlen, denn dieses Vitamin benötigt er zur Transaminierung. Aber auch Fragen nach umwelttoxikologischen Faktoren können wertvolle Hinweise ergeben. Amalgamplomben beispielsweise setzen Quecksilber frei, was einen übermäßigen Verbrauch an Zink zur Folge hat.
Ein weiteres wichtiges Diagnosehilfsmittel sind die Beschwerdebilder selbst. Die meisten Nährstoffdefizite haben entsprechende spezifische Gesichter. So zeigt sich ein Magnesiummangel in Durchblutungsstörungen, erhöhter Krampfneigung, Darmträgheit, pektanginösen Beschwerden oder einer depressiven Stimmungslage. Eisendefizite sieht man dem Patienten schon auf den ersten Blick an. Seine Haut ist blass und dunkle Schatten bilden sich unter den Augenlidern. Personen, die mit Vitamin B 6 unterversorgt sind, können sich morgens selten an ihre Träume erinnern.
Die Untersuchung des Vollblutes gibt ebenfalls wichtige Hinweise auf den Versorgungszustand eines Patienten mit MikroNährstoffen.
| Pr_ziser als eine Bestimmung des MikroNährstoffgehalts im Blut ist die Messung der Aktivität jenes Enzyms, das den MikroNährstoff als Coenzym benötigt. Der Gehalt des MikroNährstoffs im Vollblut kann sich noch im Normbereich befinden, während das Enzym bereits mit messbaren Aktivitätsverlusten reagiert. |
Ein anderes wichtiges Untersuchungsmedium ist der Urin. über die Konzentration von Spurenelementen, Vitaminen und Abbauprodukten im Urin lassen sich Rückschlüsse auf den Versorgungszustand des Körpers ziehen. Allerdings sollte für eine genaue Bestimmung der so genannte 24-Stunden-Sammelurin herangezogen werden, da die Ausscheidung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen tageszeitlichen Schwankungen unterliegt.
Für die Messung mineralischer MikroNährstoffe dienen manchmal auch Kopf- oder Körperhaare und auch Finger- bzw. Fußnägel. Obwohl die Aussagekraft dieser Haar-Mineral-Analysen von manchen Fachleuten bezweifelt wird, sind sie als Teil eines diagnostischen Gesamtbildes, und für erfahrene Therapeuten, durchaus hilfreich. Denn auch Vollblutanalysen haben oftmals nur eingeschränkte Aussagekraft. So haben beispielsweise Frauen, die unter Osteoporose leiden, meist Kalzium- oder Magnesiumblutspiegel, die sich labrochemisch im Normbereich befinden. In den Knochen und den übrigen Geweben dagegen kann der Kalzium- und Magnesiumgehalt bereits drastisch vermindert sein.
2.5 Empfehlungen zu Dosierung und Anwendungsdauer
Europaweit gibt es noch keine einheitliche Richtlinie die besagt, wie viel wir von jedem MikroNährstoff täglich zu uns nehmen sollten, damit wir bei guter Gesundheit bleiben. Die Ernährungsphysiologischen Empfehlungen der einzelnen Länder unterscheiden sich in dieser Hinsicht sehr voneinander. In den Tabellen 2.4 (siehe Seite _) und 2.5 (siehe Seite _) finden sich die Dosierungsrichtlinien der EU-Gesundheitsbehörde (EU-RDA) sowie der Deutsch-, Österreichisch- und Schweizerischen Gesellschaften für Ernährung (D-A-CH). In Kapitel 3.6, das näher auf die einzelnen MikroNährstoffe und ihre orthomolekularen Anwendungsgebiete eingeht, sind Tagesdosierungen wie sie derzeit europaweit in der Praxis üblicherweise eingesetzt werden als so genannte Von- Bis-Werte angegeben.
Eine Grunddosierung für die Selbstmedikation lässt sich folgendermaßen errechnen:
Mineralstoffe und Spurenelemente
Ernährungsphysiologischer Tagesbedarf x 1 bzw. 1,5 = Dosis des orthomolekularen Wirkstoffs
Vitamine
Ernährungsphysiologischer Tagesbedarf x 3 = Dosis des orthomolekularen Wirkstoffs
Ausnahme: Vitamin A, D und K
Ernährungsphysiologischer Tagesbedarf x 1 = Dosis des orthomolekularen Wirkstoffs
| Für hoch dosierte Nährstoffpräparate, ganz gleich ob als Einzel- oder Kombipräparat, gilt: Die Einnahme darf nur unter Kontrolle und Aufsicht Ernährungsmedizinisch geschulter Ärzte und Apotheker erfolgen. Eine unkontrollierte Gabe sowie eine überdosierte prophylaktische Einnahme können gesundheitsschädlich sein. für die Einnahmedauer eines Nährstoffpräparates gelten drei Monate als Richtlinie. |
Empfehlung
Auch für gut geschulte Anwender ist es oft schwierig, bei den vielen angebotenen Nahrungsergänzungsmitteln die qualitativ guten Produkte von den minderwertigen zu unterscheiden. Folgende Qualitätskriterien können bei der Auswahl behilflich sein.
Sind die enthaltenen MikroNährstoffe natürlichen oder synthetischen Ursprungs?
Sind die empfohlenen Zufuhrmengen klar und eindeutig deklariert und erkennbar?
Ist der Produktzweck erkennbar und glaubwürdig?
Ist der Hersteller klar deklariert und glaubwürdig?
Ist die Bezugsquelle glaubwürdig? |
|