|
|
Bei den Mineralstoffen nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe handelt es sich um solche, die für die Aufgaben der verschiedenen Zellen im menschlichen Körper von allergrößter Bedeutung sind. Wichtig sind dabei ganz bestimmte Mineralstoffverbindungen, sowie deren spezielle Zubereitung. Wenn es dem menschlichen Körper aufgrund der Mineralstoffmängel nicht mehr möglich ist, sich ausreichend zu organisieren, kann durch diese speziellen Mineralstoffe Abhilfe geschaffen werden.
Wie fand Schüßler die Mineralstoffe, die für den Menschen von Bedeutung sind
Schüßler schreibt selbst in der ersten Auflage seiner "Abgekürzten Heilweise"(1): "Die Grundlage meiner Forschung waren Histologie(2), die darauf bezügliche Chemie, die anorganischen Bestandtheile der Gewebe und die physiologischen Wirkungen oder Functionen dieser Bestandteile."
"... Die Gebiete der anorganischen Funktionsmittel sind von mir auf den parallelen Wegen der Theorie und Praxis gefunden worden."
Aufgrund der Forschungen stellte er jene 12 anorganischen Substanzen zusammen, welche im "animalischen Organismus" (Formulierung Schüßlers) enthalten sind. Später ließ er das zwölfte Salz weg, weil er es durch die Nummern 9 und 11 ersetzte.
Er legte sich auf folgende Mineralstoffe fest. Sie werden in der uns heute gewohnten Reihenfolge angeführt:
Nr. 1 Calcium fluoratum, Nr. 2 Calcium phosphoricum, Nr. 3 Ferrum phosphoricum, Nr. 4 Kalium chloratum, Nr. 5 Kalium phosphoricum, Nr. 6 Kalium sulfuricum, Nr. 7 Magnesium phosphoricum, Nr. 8 Natrium chloratum, Nr. 9 Natrium phosphoricum, Nr. 10 Natrium sulfuricum, Nr. 11 Silicea und Nr. 12 Calcium sulfuricum.
Joachim Broy schreibt dazu in seinem Buch "Die Biochemie nach Dr. Schüßler"(3) folgendes: "Schüßler war in der Auswahl seiner Funktionsmittel sehr vorsichtig. Er wollte vermeiden, daß unsichere oder schlecht geprüfte Mittel in seine Reihe Einzug hielten. Schließlich hatte er seine Heilmethode ursprünglich gerade aus diesem Grunde erstellt.
(1)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 1. Auflage 1874, Seite 3 (2) Wissenschaft und Lehre vom Feinbau (u. der Funktion) der Körpergewebe
(3)Broy, Joachim: Die Biochemie nach Dr. Schüßler, München: Klaus Foitzick Verlag, 1992, Seite 62
Als Untersuchungen bekannt wurden, die diese Anforderung für sein Mittel Calc. sulf. in Frage stellten, entfernte er es sofort aus seiner Reihe. Daraufhin enthielt diese nur noch elf Mittel. Schüßler schlug als Ersatz die Kombination Natr. phos. und Silicea vor. Dennoch gingen wichtige Indikationen wegen dieser Kürzung verloren."
Wie sich Dr. Schüßler mit diesem Problem auseinandersetzt, kann in der letzten von ihm selbst überarbeiteten Auflage der "Abgekürzten Therapie"(1) nachgelesen werden:
"In Moleschotts Physiologie der Nahrungsmittel ist der schwefelsaure Kalk als Nahrungsstoff aufgeführt. Das betreffende Werk ist im Jahre 1859 erschienen. Seitdem hat manche Anschauung eine Berichtigung erfahren.
In Bunges Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie, welches im Jahre 1887 erschienen ist, findet sich der schwefelsaure Kalk nur in Gallenanalysen, und zwar in zwei Analysen, in zwei anderen nicht.
In seinem Lehrbuch sagt Bunge vom Schwefel:Hauptsächlich in der Form des Eiweißes gelangt er in den Tierkörper und geht von dort aus der Spaltung und Oxydation des Eiweißes zum größten Teil wiederum in der höchsten Oxydationsstufe als Schwefelsäure hervor. In dieser Form an Alkalien gebunden, verläßt er den Tierkörper, um den Kreislauf aufs Neue zu beginnen.
An Alkalien, d.i. an Kalium und Natrium, also nicht an Erden: Calcium und Magnesium, ist die Schwefelsäure gebunden.
Der schwefelsaure Kalk ist zwar gegen manche Krankheiten [ Eiterungsprozesse, Haut- und Schleimhautaffektionen] mit Erfolg angewendet worden; da er aber, wie aus obigem ersichtlich, nicht in die konstante Zusammensetzung des Organismuseingeht, so muß er von der biochemischen Bildfläche verschwinden.Statt seiner kommt Natrium phosphoricum und Silicea in Betracht."
In der Zwischenzeit ist die Forschung mit Riesenschritten weiter vorangeschritten. Durch feinere Analysemethoden war es möglich, noch weitere Stoffe zu entdecken, welche zum konstanten Bestand des menschlichen Körpers gehören. Es ist darauf zu vertrauen, daß Dr. Schüßler auch diese neuen Erkenntnisse auf seine geniale Weise in seine Schau eingebaut und zielführend in das von ihm entwickelte System integriert hätte.
Die Nummer 12 wurde von manchen Nachfolgern wieder in die Reihe aufgenommen, andere ließen sie wiederum endgültig weg. Schüßler selbst hatte eine sehr offene Einstellung gegenüber Veränderungen seiner Heilmethode, was er auch schriftlich bekannte: "Die Biochemie ist noch nicht perfekt, sie ist aber perfektibel(2) und wird mit der Zeit perfekt werden.
Wenn Ärzte, die auf dem Gebieten der physiologischen Chemie und pathologischen Anatomie sich gründliche Kenntnisse erworben haben, mir beim Ausbau meines Werkes behilflich sein wollten, so würden ihre Beiträge mir sehr willkommen sein."
Im Laufe der hundert Jahre, die seit dem Tode Dr. Schüßlers ungefähr vergangen sind, wurden eine Reihe weiterer Mineralstoffverbindungen im menschlichen Körper gefunden, welche nicht nur vorübergehend in der Zusammensetzung vorhanden sind, sondern konstant. Sie erweitern den Bestand der 12 von Dr. Schüßler in Anwendung gebrachten Mineralstoffverbindungen auf insgesamt 24. Hauptsächlich finden allerdings die ursprünglichen 12 bzw. 11 biochemischen Mittel nach Dr. Schüßler Verwendung.
Die Zubereitung der Mineralstoffe durch Dr. Schüßler
Durch die Homöopathie und das Arndt-Schulzsche Reizgesetz wußte Dr. Schüßler wie bedeutungsvoll die Zubereitung der Mineralstoffe ist. Außerdem erkannte er durch die damals ganz moderne Zellforschung, daß nur einzelne Moleküle in die Zelle eindringen können. So konnte er auf das Wissen und Können, das er sich als homöopathischer Arzt angeeignet hatte, zurückgreifen.
Die Mineralstoffe werden also deshalb potenziert, damit sie einzeln, ver-einzelt, in der Trägersubstanz, dem Milchzucker, vorhanden sind. Auf diese Weise können sie unmittelbar in den Bestand der einzelnen Zellen eingehen.
Drei Mineralstoffe werden dabei besonders stark potenziert, weil sie vom Körper schwer aufgenommen werden: In D12: Nummer 1, Calcium fluoratum, Nummer 3, Ferrum phosphoricum, Nummer 11, Silicea. Die übrigen Mineralstoffe werden nicht so stark potenziert, es genügt die sechste Dezimalverreibung. In besonderen Fällen können auch andere Potenzierungen sinnvoll sein. Dafür sind aber spezielle, fachliche Kenntnisse notwendig.
Das Ausweichen in tiefere Potenzen ist nicht empfehlenswert. Besser ist es, mehr von den Pastillen in der höheren Potenzierung zu nehmen, weil sie vom Organismus besser aufgenommen werden können. Die Mineralstoff
(1)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 25(2) Das heißt, er meinte, daß sie noch verfeinert oder erweitert werden könne nach Dr. Schüßler sollten ausdrücklich als solche verlangt werden und immer in der von Dr. Schüßler empfohlenen Verdünnung. Dr. Schüßler gibt bezüglich der Potenzierung der 25. Auflage der "Abgekürzten Therapie"(1) eindeutige Hinweise:
"Alle in Wasser unlöslichen Stoffe (Ferrum phosphoricum, Calcarea fluorica, Silicea) müssen bis auf mindestens die 6. Stufe der dezimalen Verdünnungs-Skala gebracht werden; die in Wasser löslichen können auch in niedrigeren Verdünnungen durch die erwähnten Epithelzellen treten."
Für Dr. Schüßler war die Verwendung verschiedener Potenzen selbstverständlich, war er doch ausgebildeter Homöopath. Er legt sich nicht unbedingt auf bestimmte Potenzen fest, gibt aber Mindestpotenzierungen für die drei unlöslichen Mineralstoffverbindungen an. Tatsächlich besteht in der Wahl der Potenzierung von Dr. Schüßler her eine große Freiheit, wie sie auch von Dr. Schneider in seinem Buch formuliert wird. Die in dem nachfolgenden Zitat beschriebene Wahlmöglichkeit der Potenzierungen ist aber unseres Erachtens eher dem ausgebildeten Fachmann, in diesem Falle einem ausgebildeten Homöopathen vorbehalten.
Für alle jene, welche in diesem Fachgebiet keine besonderen Kenntnisse sich erworben haben, empfiehlt es sich, jene Potenzierungen beizubehalten, welche von Dr. Schüßler allgemein empfohlen wurden. Diesen Standpunkt vertritt auch Kurt Hickethier, wie das weitere Zitat aufzeigen wird.
Dr. Schneider setzt sich wie Dr. Schüßler in der "Abgekürzten Therapie"(2) in seinem schon zitierten Buch "Biochemischer Hausarzt" mit der Potenzierung der Mineralstoffe in folgender Weise auseinander:
"Die biochemischen Funktionsmittel sind daher nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip gewählt wie die homöopathischen Arzneien im weiteren Sinne, sondern chemisch reine Salze, welche den Mineralstoffen der Zellen des Körpers homogen sind, zu diesen in physiologisch-chemischer Wirkung stehen und die Störungen der Moleküle der Zellen direkt auszugleichen imstande sind, indem sie ersetzen, was den Zellen während der Krankheit verloren gegangen ist. Dadurch kommen sie dem natürlichen Heilbestreben des Körpers in angemessener Weise zu Hilfe, ihre Molekularbewegungen sympathisieren mit jenen der gleichartigen Elemente der kranken Zellen und letztere ziehen die Salze an und erneuern damit ihre Struktur. Die kranken Zellen werden so wieder gesund und sind nun imstande, der Krankheit Herr zu werden.
So fehlt z.B. bei Rachitis den Knochenzellen die Fähigkeit, neue Knochen zu bilden. Die Knochen bleiben weich und schwach. Gibt man phosphorsauren Kalk, an welchem es den Knochenzellen mangelt, so sind diese in den Stand gesetzt, wieder in normaler Weise gesunden, festen Knochen zu bilden.
Die Gesamtmenge der Salze ist im Körper eine geringe, wie folgendes Beispiel zeigt. In 1 g Blutzelle sind an Salzen enthalten:
0,000 998g Eisen,
0,000 060g Magnesiumphosphat,
0,000 094g Calciumphosphat,
0,000 132g Kaliumsulfat
0,000 633g Natriumphosphat,
0,002 343g Kaliumphosphat,
0,003 079g Chlorkalium
Es sind dies Verdünnungsstufen, welche der 3., 4. und 5. Dezimalverdünnung entsprechen. Dies ist der Grund, weshalb wir abweichend von Dr. Schüßler außer der 6. auch die niederen Verdünnungen empfehlen."
Bei Dr. Schneider zeigt sich ein sehr eigenständiger Standpunkt, auch bezüglich der Verdünnungen, den er von sich aus gut vertreten kann. Er beschreibt auch die Wirkung der Calcium phosphoricum Moleküle, welche die knochenbildenden Zellen befähigen, ihren Calciummantel wieder aufzubauen und damit einen festen Knochen zu bilden. Nicht jeder, der Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe anwendet, hat jedoch so ein qualifiziertes Wissen über die Zusammenhänge und ist auf einfache Vorgaben angewiesen.
Kurt Hickethier vertritt in seinem Buch "Lehrbuch der Biochemie"(3) eher den Standpunkt, die von Dr. Schüßler angegebene Potenzierung nicht zu verlassen. Er schreibt:
"Bei hitzigen Krankheiten sind die Mittel in kurzen Abständen von 10 oder 5 oder gar 3 Minuten zu geben. Es ist angebrachter, 10 Gaben der sechsten Dezimale zu verwenden, als eine einmalige Gabe der D 5 zu nehmen. Ich möchte sogar behaupten, daß drei Gaben D 6 auch in eiligen Fällen den Mangel besser decken als eine Gabe D 5, trotzdem die D 5 nicht nur eine dreifache, sondern eine zehnfache Menge an Lebenssalz gegenüber der D 6 aufzuweisen hat. Aus dieser Erwägung heraus betone ich nochmals: Verwenden Sie lieber eine höhere Verdünnung in öfteren Gaben als eine niedrigere Verdünnung in selteneren Gaben. In schweren Fällen und bei großen Mängeln erscheint es gerechtfertigt, kurze Zeit hindurch alle Minuten eine Gabe der üblichen Verdünnung zu (1)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 13(2)Schneider, Dr. Med. J.: Biochemischer Hausarzt, Seite 10f
(3)Hickethier, Kurt: Lehrbuch der Biochemie, Seite 50 reichen, um eine Abweichung zu vermeiden. Dr. Schüßler sagt auf Seite 13 seiner Therapie: Die Dosis eines zu biochemischen Zwecken verordneten Salzes darf eher zu klein als zu groß
sein. Ist sie zu klein, so führt die Wiederholung derselben zum Ziele; ist sie zu groß, so wird der beabsichtigte Zweck ganz verfehlt. Der Satz Viel hilft viel beruht auf einem traditionellen Irrtum, welches mittels seiner Konsequenzen verderblich sein kann."
Nun wäre es leicht möglich, daß jemand einwendet, eine Gabe jede Minute, wie sie von Kurt Hickethier empfohlen wurde, sei viel zu viel. Das sei dann genau nach dem Satz: "Viel hilft viel" den er selber als unpassend ablehnt. Dazu kann folgender Hinweis sehr hilfreich sein:
Die Mineralstoffe nach Dr. Schüßler - Schüßler Salze - Schüßler Mineralstoffe werden auch in D 3 angeboten. Weicht jemand von D 6 nach D 3 aus, so enthält jede Pastille in D 3 so viele Mineralstoffmoleküle wie tausend Pastillen in D 6. Der Laie, welcher vielleicht eine Pastille in D 3 zu sich nimmt, ist sich dieses Sachverhaltes nicht im Klaren und vergleicht alleine die Anzahl der Pastillen, welche verordnet werden, womit ein großes Mißverständnis dem Anwender gegenüber entsteht, der lieber eine größere Anzahl von Pastillen in D 6 verabreicht. In dieser Potenzierung ist es dem Organismus leichter, die angebotenen Mineralstoffverbindungen in seinen eigenen Bestand zu integrieren bzw. einzubauen.
Weicht jemand von der zwölften Dezimalverreibung in die sechste aus, dann sind in diesen Pastillen so viele Wirkstoffe enthalten, wie in einer Million Pastillen der zwölften Dezimalverreibung. Insofern kann es also nicht um die Zahl der Pastillen gehen, sondern nur um die Aufnahmefähigkeit des Organismus. Dabei werden nicht die Potenzierungen betrachtet, sondern einzig und allein die Versorgung des Körpers mit fehlenden Mineralstoffmolekülen.
Allein aus diesem Zusammenhang heraus ist auch Hickethiers Einspruch auf das Ausweichen in niedrigere Potenzen zu verstehen. Er sieht ausschließlich die Menge der angebotenen Mineralstoffmoleküle und nicht die Anzahl der Pastillen. Das ist in der Sichtweise der Substitution, also des Auffüllens von fehlenden Molekülen, der einzig vertretbare Standpunkt. Es gibt dabei nicht nur von ihm Überlegungen, wie viele Wirkstoffmoleküle in den einzelnen Potenzierungen enthalten sind.
"Wird die erbsengroße Menge noch so klein abgeschätzt, so haben wir es mit vielen Trillionen, meist sogar mit einer oder mehreren Trilliarden Molekülen zu tun. Nehmen wir rund eine Trilliarde = tausend Trillionen = 1 000.000 000.000 000.000 000 an, dann haben wir in der sechsten Dezimalverreibung, weil darin das Salz 1/1000000 der Gesamtmenge ausmacht, immer noch tausend Billionen = 1 Billiarde Moleküle Salz. In der zwölften Dezimalverreibung sind es noch tausend Millionen (eine Milliarde). Halten wir uns nun vor Augen, daß der menschliche Körper rund 30 Billionen Zellen enthält und davon doch immer nur ein kleiner Teil erkrankt ist, dann sehen wir, daß auf jede kranke Zelle doch immerhin noch eine stattliche Schar von Lebenssalzteilchen entfällt."(1)
Auch Dr. Schüßler hat sich in seiner "Abgekürzten Therapie"(2) mit diesem Thema auseinandergesetzt: "Ein Milligramm Stoff soll durchschnittlich 16 Trillionen Moleküle enthalten, demnach enthält die 6. Decimal-Verreibung deren ungefähr sechszehn Billionen. Diese Summe ist mehr als hinreichend, um Molekularbewegungsstörungen in den Geweben auszugleichen."
Auch Dr. Schneider stellt in seinem Buch "Biochemischer Hausarzt"(3) Überlegungen zu diesem Thema an:
"Auf 1 g Kalium sulfuricum in 6. Dezimalpotenz kämen also 0,000001 g = 1 Millionstel Gramm Kalium sulfuricum. Diese Menge scheint allzugering. Aber man bedenke, daß nach wissenschaftlicher Schätzung auf ein Milligramm Stoff etwa 16 Trillionen Moleküle kommen, daß also die 6. Dezimalverreibung dann immer noch 16 Billionen Moleküle enthält, daß ferner der Gehalt der Zellen an Salzen so klein ist, daß ein rotes Blutkörperchen etwa den billionten Teil eines Grammes Chlorkalium enthält. Ein Gramm der 6. Dezimalverreibung von Chlorkalium würde also einer Million roter Blutkörperchen den ganzen Chlorkaliumgehalt decken. Aber es fehlt ja Chlorkalium nicht im ganzen Körper, sondern ist nur vermindert."
Der oben ausgeführte Standpunkt kommt aber in Widerspruch zur Reizheilweise. Für die Homöopathen sind die vielen Substanzen Grundlage von verschiedenen Heilmitteln, welche als Reize die Selbstheilungskraft des Organismus ermöglichen bzw. fördern sollen. Außerdem können die verschiedenen Potenzen ein und desselben Mittels ganz verschiedene Wirkung haben.
Unter anderem berichtet Dr. Schneider in seinem schon öfter zitierten Buch "Biochemischer Hausarzt"(4): "Sublimat, das in einer Verdünnung von 1 ein Gift für die Bakterien und Pilze ist, fördert in einer Verdünnung von 1 zu 500 000 das Wachstum der Hefezellen." In der dritten Dezimalverreibung, was einem Tausendstel, also einem Promille entspricht, wirkt der Stoff als Gift, in der fünften Dezimalverdünnung als lebensförderliches Mittel.
(1)Hickethier, Kurt: Lehrbuch der Biochemie, Seite 21
(2)Schüßler, Abgekürzte Heilweise, 31. Auflage, 1904, Seite 12
(3)Schneider, Dr. Med. J.: Biochemischer Hausarzt, Seite 6
(4)Schneider, Dr. Med. J.: Biochemischer Hausarzt, Seite 7

|